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"Feindseliges Umfeld": Mahnwache für 39 Tote

"Feindseliges Umfeld": Mahnwache für 39 Tote
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Nach dem Fund von 39 Leichen in einem LKW-Anhänger in Essex haben in London etwa 100 Menschen vor dem britischen Innenministerium eine Mahnwache abgehalten. Jedes Jahr versuchen Tausende Migranten vor allem in Lastwagen oder mit Schiffen und Booten nach Großbritannien zu gelangen.

"Diese 'Festung Europa' und ein feindseliges Umfeld, das politisch gegenüber Migranten und Flüchtlingen existiert, führt zu solchen Tragödien", so Michael Bradley, ein Teilnehmer der Mahnwache. "Es treibt die Menschen in die Arme der Schlepper, nur so kommen sie voran."

"Wir wissen nie genau, was sich im Container befindet"

Die 31 Männer und acht Frauen aus China könnten im Laderaum, der für Kühlung geeignet ist, erfroren sein. Offiziell bestätigt ist das seitens der Polizei aber nicht. Den Beamten zufolge kam der Anhänger aus dem belgischen Zeebrugge per Schiff nach Großbritannien - in den Hafen Purfleet.

Ein 25-jähriger LKW-Fahrer soll den Anhänger kurze Zeit später in ein nahegelegenes Industriegebiet gesteuert haben. Er wurde wegen Mordverdachts festgenommen. Ein anderer LKW-Fahrer aus Litauen sagte:

"Ich soll die Container nicht öffnen bis zur Ankunft am Zielort. Wir als Fahrer wissen nie genau, was sich im Container befindet."

Wo und zu welchem Zeitpunkt die Menschen in den Anhänger gekommen sind, ist noch unklar.

"Wenn sie jeden Container oder jeden LKW öffnen müssten, der versiegelt ist, und dessen Papiere in Ordnung sind, gäbe es Lastwagen von hier bis nach Brüssel", sagt Dirk De Fauw, Vorsitzender der Hafenbetriebsgesellschaft Zeebrugge. "Täglich kommen 4.000 LKW in diesen Hafen."

Sowohl britische als auch belgische Behörden ermitteln. Gerichtsmediziner untersuchen die genaue Todesursache der Opfer. Laut Polizei könnte die Identifizierung der Leichen länger dauern.

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