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Grenfell-Feuer - Fehler bei Anweisungen, Dämm-Material: Angehörige klagen an

Grenfell-Feuer - Fehler bei Anweisungen, Dämm-Material: Angehörige klagen an
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Ein Zwischenbericht zum Brand des Grenfell-Turms in London hat der Feuerwehr trotz heldenhaften Einsatzes eine Mitschuld zugewiesen: Der frühere Richter Martin Moore-Bick, Leiter einer Untersuchungskommission, konstatierte ein systematisches Versagen. Neben mangelnder Vorbereitung - "Die Einsatzleiter wurden nicht dafür trainiert, einen Brand in der Außenverkleidung eines Hochhauses zu erkennen. Und auch nicht, wie sie darauf reagieren müssen. Es gab keinen Notfallplan für die Evakuierung des Hochhauses“ - habe die Feuerwehr versäumt, rechtzeitig die Anweisung zurückzunehmen, in den Wohnungen zu bleiben, "zu einer Zeit, als die Treppen noch passierbar waren. Wenn sie das getan hätte, wären mehr Menschen gerettet worden."

Einige Angehörige der 72 Toten forderten einschneidende Veränderungen.

Hadman el Alami (verlor zwei Angehörige):

"Dies ist meine Familie. Wir sind gekommen, um zu kämpfen, nicht um einen Film zu machen. Warum das alles, warum?

FATALE ANWEISUNG

Nächste Frage: Wer hat bei der Renovierung ab 2015 die wärmegedämmte Außenverkleidung bei dem 24-stöckigen Gebäude zugelassen, über die sich das Feuer innerhalb weniger Minuten ausbreiten konnte.

Nazanin Aghlani (verlor zwei Angehörige):

"Das sind doch bezahlte Profis, die sich für diese Arbeit entschieden haben. Sie haben einen Mangel an gesundem Menschenverstand bewiesen und liessen die Leute einfach selber über ihr Schicksal entscheiden, ob sie springen wollen oder die Rettungswege nehmen - sie sollten nicht so leicht davonkommen."

Shah Aghlani (verlor zwei Angehörige):

„Es muss einen Kultur-Wandel geben und der muss von oben beginnen, das System muss überarbeitet werden und es muss von oben beginnen."

Siedlungs-Bewohner hatten sich schon seit 2010 in der "Grenfell Action Group" organisiert und forderten seit 2012 einen besseren Brandschutz.

Dany Cotton, Leiterin der Berufsfeuerwehr London:

"Da wir jetzt mehr über Gebäude wissen, die mit sogenannten Alu-Sandwichplatten verkleidet sind, ist klar, dass sich etwas ändert und wir werden damit weitermachen, bis all diese schrecklichen Verkleidungen entfernt sind."

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Frage: "Werden Sie also zurücktreten, wie es die Familien, oder einige der Familien verlangen?"

"Nein, werde ich nicht. Ich gehe in sechs Monaten in Rente, und ich fühle mich verpflichtet, diese Veränderungen durchzuziehen. Wenn ich zurücktrete, kann ich das nicht machen und zum Schutz der Menschen in London beitragen."

Auch die Abgeordneten des Unterhauses erhoben sich für eine Schweigeminute.

su mit dpa

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