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Wie misst man CO2 in der Atmosphäre?

Wie misst man CO2 in der Atmosphäre?
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In unserer Serie Climate Now informieren wir Sie über die neuesten Klimadaten für unseren Planeten vom "Copernicus Climate Change Service". In dieser Folge zeigen wir außerdem, wie man CO2 in der Atmosphäre messen kann und wie man erkennt, ob die Natur CO2 emittiert oder der Mensch?

Aktuelle Klimadaten

Okotober 2019 war der wärmste Oktober der Aufzeichungsperiode mit Temperaturen von 1,3 Grad Celsius über dem vorindustriellen Durchschnitt.

Bisher war es ein Jahr der Rekorde und der vergangene Monat war - mit einem sehr geringen Abstand - der wärmste Oktober der Aufzeichnungsperiode, mit Temperaturen von 1,3 Grad Celsius über dem vorindustriellen Durchschnitt.

Die Grafik zeigt den anormalen Niederschlag in Europa verglichen mit den Durchschnittswerten von 1981 bis 2010.

Es war wärmer und es war auch feuchter in Südirland, Großbritannien, Frankreich, den Beneluxstaaten, Deutschland, den baltischen Staaten - bis nach Russland gab es höhere Niederschläge als im Durchschnitt zwischen 1981 und 2010. Im gesamten Mittelmeerraum war das nicht so, auch nicht im Raum um das Schwarze Meer und in Osteuropa. Dort regnete es weniger als durchschnittlich.

Die Grafik zeigt den anormalen Niederschlag in Japan verglichen mit den Durchschnittswerten von 1981 bis 2010.

Außerhalb Europas hat der Taifun Hagibis Japan im Oktober hart getroffen. Es gab dort starke Niederschläge, was man an diesem dunkelblauen Bereich hier sehen kann. Der zeigt, dass die Niederschläge zweieinhalb Mal so hoch waren wie im Durchschnitt des gleichen Zeitraums in dieser Jahreszeit.

Weltweiter CO2-Anstieg

Kommen wir zu einem der kniffligsten Aspekte der CO2-Überwachung. Aber zunächst eine kurze Erinnerung - der Anstieg der globalen Temperaturen, über den wir in dieser Sendung berichtet haben, ist darauf zurückzuführen, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt und mehr Wärme einschließt - der sogenannte Treibhausgaseffekt.

Grafik des globalen CO2-Gehalts mit dem Anstieg von 2003 bis 2018. Die Kurven sind auf saisonale Zyklen zurückzuführen.

Werfen Sie einen Blick auf diese Grafik des globalen CO2-Gehalts und wie er von 2003 bis 2018 gestiegen ist. Man sieht diese Kurven. Sie sind auf saisonale Zyklen zurückzuführen - tatsächlich steigt und fällt der Gehalt an Kohlendioxid, je nachdem, wie die Natur reagiert. Was die Frage aufwirft, wie messen wir eigentlich CO2 in der Atmosphäre? Und wie kann man CO2 von Pflanzen und Bäumen von dem CO2 unterscheiden, das von Menschen verursacht wird? Um das herauszufinden, besuchte ich eine der wenigen Beobachtungsstellen für CO2 in Europa.

In der Sternwarte Puy de Dome werden CO2-Daten gesammelt und ausgewertet

Die Sternwarte Puy de Dome in Zentralfrankreich liegt im Nebel. Dort werden sowohl die CO2-Emissionen aus Verkehr und Energie- und Industrieanlagen sowie das CO2 aus der Natur ununterbrochen überwacht. Der Wissenschaftler Michel Ramonet wertet die Daten aus.

Auf die Frage des euronews-Reporters Jeremy Wilks, wie hoch die aktuelle CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist, antwortet der CNRS-Wissenschaftler Michel Ramonet, vom Labor für Klima- und Umweltwissenschaften:

"Wir haben jetzt Konzentrationen von ungefähr 415 Teilen pro Million. In der vorindustriellen Ära lagen die Werte bei 280 Teilen pro Million. Und wir haben einen Anstieg von etwa 2 bis 3 Teilen pro Million pro Jahr."

Für diesen Anstieg sind die Menschen verantwortlich, die im vergangenen Jahr über 36 Gigatonnen CO2 emittierten, wobei die Hälfte dieser Emissionen von Pflanzen, Bäumen und Ozeanen aufgenommen wird. Kohlendioxid vermischt sich schnell in der Atmosphäre. Es ist schwierig den Verursacher der Emissionen zu ermitteln:

"Wir messen die Gesamtkonzentration von CO2", erklärt Michel Ramonet. "Wir würden das CO2 gern farblich unterscheiden, grünes CO2 für die Vegetation und schwarzes CO2 für Autoabgase. Aber das ist nicht einfach, wir haben kein Werkzeug dafür."

Mittels Satelliten und Überwachungsstationen sollen mehr Daten gesammelt werden

Wissenschaftler arbeiten an einer Lösung, in dem sie andere Gase und Isotope verwenden, um das von Menschen produzierte CO2 in der Atmosphäre zu identifizieren. Man will auch mehr Daten sammeln, entweder mit neuen Satelliten oder mittels neuen Überwachungsstationen, um wirklich zu verstehen, was passiert:

"Es gibt Regionen auf der Welt, in denen es fast keine Messungen gibt - in Afrika, im Amazonasgebiet, in Sibirien", so Michel Ramonet. "Das sind Schlüsselregionen für das Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs und der Wechselwirkungen mit ländlichen Ökosystemen, insbesondere dem Amazonaswald, dem Tropenwald in Afrika. Uns fehlen also dringend In-situ-Messungen."

Diese Messungen sind aus mehreren Gründen wichtig - die Menge des von der Natur absorbierten CO2 könnte sich aufgrund von Phänomenen wie Hitzewellen ändern, und die Länder müssen wissen, wie effektiv ihre Emissionsminderungspolitik ist, auch wenn die Auswirkungen auf unser Klima jahrzehntelang nicht zu spüren sein werden. Michel Ramonet:

"Die Aktionen von heute werden erst in 30 oder 50 Jahren Wirkung zeigen. Daher ist es schwierig, die Gesellschaft zu motivieren, diese Maßnahmen zu ergreifen."

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