Russisches "Agenten-Nest" in den französischen Alpen entdeckt

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Von Euronews
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Russische Agenten sollen in den französischen Alpen Stütztpunkte unterhalten haben. Das haben westliche Geheimdienste aufgedeckt. Auch die beiden mutmaßlichen Skripal-Attentäter waren den Erkenntnissen zufolge hier.

Agenten-Stützpunkte in den französischen Alpen

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Von 2014-2018 soll das französische Departement Haut-Savoie ein Stützpünkt für mindestens 15 russische Agenten gewesen sein. Das berichtet die Zeitung Le Monde. Zu den Aufgaben der Spione gehörten offenbar auch Auftragsmorde und Sabotageakte.

In Annemasse selbst bleibt man gelassen. Eine junge Frau sagte gegenüber Euronews: "Ich wusste das bisher nicht, ich habe das eben erst erfahren. Aber das beunruhigt und hier nicht."

Ein Mann meinte: "Spione sind heute überall. Ob sie nun in Annemasse sind, in Paris oder sonstwo auf der Welt, das ändert für mich gar nichts."

Ein weiterer sagte: "Die Welt ist eben so, alle spionieren sich gegenseitig aus. Es ist daher nicht überraschend, dass die Russen in Europa und Amerika herumspionieren - und umgekehrt."

Skripal-Anschlag führte auf die Spur der Agenten

Nach dem Anschlag von Salisbury im März 2018 kamen westliche Geheimdienste den 15 Mitarbeitern des russischen Militärgeheimdienstes GRU auf die Spur. Diese sollen sich in Orten wie Annemasse, Mégève oder Evian aufgehalten haben.

Offenbar war die Lage der Gegend nicht nur wegen der Nähe zur Schweiz, zu Genf und Italien, günstig, sondern auch, weil hier ohnehin viele Russen Urlaub machen.

Ein Bar-Keeper in Evian sagte gegenüber Euronews, schon vor dem Zeitungsbericht hätten Gerüchte die Runde gemacht, die Gegend sei ein reines Agenten-Nest.

Mutmaßliche Skripal-Attentäter waren hier

Auch Anatoli Tschepiga und Alexander Mischkin, die versucht haben sollen, den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia umzubringen, hatten sich den Erkenntnissen zufolge hier aufgehalten.

Andere waren den Angaben nach an Destabilisierungsversuchen in Moldawien und Montenegro sowie einem gescheiterten Mordanschlag auf einen bulgarischen Waffenhändler beteiligt. Auch bei ihm wurde wie bei Skripal das Nervengift Nowitschok eingesetzt.

Eine Quelle aus dem Umfeld des französischen Militärs sagte gegenüber Euronews, es sei bekannt gewesen, dass der russische Geheimdienst hier Stützpunkte eingerichtet habe. Allerdings offenbar nicht nur für Auftragsmorde, sondern wohl auch, um in den Alpen zu trainieren.

Weitere Quellen • Le Monde, Russische Redaktion

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