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Französische Alpen als Rückzugsgebiet für russische Spione

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Französische Alpen als Rückzugsgebiet für russische Spione
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Im März 2018 werden der ehemalige russische Geheimagent Sergej Skripal und seine Tochter im englischen Salisbury Opfer eines Giftanschlags.

Russland stand als Urheber in Verdacht. Französische, schweizer und britische Geheimdienste starteten eine gemeinsame Untersuchung, erklärt Jacques Follorou von der französischen Zeitung "Le Monde":

"Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Europa ein Staat einen chemischen Angriff auf einen anderen verübt, in diesem Fall Russland auf Großbritannien. Es gab solidarische Bekundungen seitens Frankreich, Großbritannien und der Schweiz und deren Verbündeten, den USA. Für sie war die rote Linie überschritten worden, dies war nicht mehr akzeptabel."

Diese Untersuchung brachte eine Reihe von 15 Personen ans Licht - alles Mitglieder einer russischen Spezialeinheit, die in der französischen Region Haute-Savoie ansässig war.

Jacques Follorou erklärt, dass "die logischste Annahme der französischen, britischen und schweizer Spionageabwehr ist, dass das Departement Haute-Savoie als ein leicht zugänglicher Ort in der Nähe von Genf angesehen wurde. Das ermöglichte ihnen, in ganz Westeuropa in einfacher und diskreter Weise mobil zu sein. Der Ort ist auch bei russischen Touristen sehr beliebt, so wie die Städte Megeve, Chamonix, Annemasse und Genf. Und es gibt noch einen weiteren Grund, der darauf hindeutet: Die französischen Geheimdienste haben hier zwischen 2014 und 2018 keine illegalen Operationen festgestellt."

Die Agenten waren in Frankreich diskret genug, um keinen Verdacht zu erregen, aber sie handelten im restlichen Europa. Wie in Großbritannien, Bulgarien, Moldawien und Montenegro.

"Gegen viele von ihnen gibt es einen europäischen Haftbefehl", sagt Jacques Follorou_._ "Es ist eine ganze Reihe von Personen, deren Namen jetzt in den Zeitungen genannt werden, wie bei Le Monde. Für sie ist es jetzt sehr schwierig geworden, als Geheimagenten zu arbeiten...sie sind nicht mehr geheim. Dieser Dienst musste ganz offensichtlich aufgegeben werden. Wahrscheinlich wird er jetzt von Russland neu organisiert."

Nach Angaben der europäischen Geheimdienste will der Kreml seit dem Fall Skripal andere geheime Operationen einsetzen, um die europäischen Dienste nicht zu alarmieren.