Eilmeldung
This content is not available in your region

Aus nach 47 Jahren: Schweizer Atomkraftwerk Mühleberg abgeschaltet

Aus nach 47 Jahren: Schweizer Atomkraftwerk Mühleberg abgeschaltet
Copyright
Quelle: SRF
Schriftgrösse Aa Aa

Ein Knopfdruck um 12:30 Uhr machte es an diesem Freitag amtlich: Das Atomkraftwerk Mühleberg im Berner Mittelland hat seinen Betrieb eingestellt. Es ist das erste Schweizer AKW, das vom Netz genommen wird. 47 Jahre lang lieferte die Anlage Strom, Anfang Januar beginnen die Rückbauarbeiten. Die Brennstäbe werden in ein Zwischenlager im Kanton Aargau verbracht.

Die vier übrigen Schweizer Atomkraftwerke bleiben in Betrieb. Ob diese eines Tages ebenfalls abgeschaltet werden sollen, ist offen.

Simonetta Sommaruga, Bundesrätin für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, sagt: „Die Bevölkerung hat bei uns entschieden, dass wir die AKWs laufen lassen, solange sie sicher sind. Das bedeutet aber natürlich auch laufend beträchtliche Investitionen.“

Die Zukunft gehöre der einheimischen Wasser- und Sonnenkraft, meint die Bundesrätin. Doch ohne Stromabkommen mit der Europäischen Union könnte es Engpässe geben, warnen Fachleute. Bereits seit 2007 wird verhandelt - eine Einigung steht aus. „Wir müssen Teil des europäischen Strommarktes sein, wo unsere Unternehmen diskriminierungsfrei teilnehmen können und entsprechend auch die Versorgungssicherheit in der Schweiz gewährleistet werden kann“, so Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsverbandes economiesuisse.

Fünf Prozent des Schweizer Stroms lieferte das jetzt abgeschaltete AKW Mühleberg. Sicherheitsbedenken war nicht der Grund für die Schließung, sondern fehlende Wirtschaftlichkeit. Allerdings waren zu Beginn der 1990er an der Hülle der Anlage Risse festgestellt worden. Vor dem Ende von Mühleberg machte Atomkraft in der Schweiz insgesamt 39 Prozent des Stroms aus.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.