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Merkel zu 2020: Mut zu neuem Denken und Kampf gegen Klimawandel

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Merkel zu 2020: Mut zu neuem Denken und Kampf gegen Klimawandel
Copyright  Pool via AP   -   MICHELE TANTUSSI
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"Die 20er Jahre können gute Jahre werden. Überraschen wir uns einmal mehr damit, was wir können", sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache. Deutschland müsse dazu seine Stärken nutzen und auf das Verbindende setzen.

"Wir brauchen Mut zu neuem Denken und schnellem Handeln"

In ihrer 15. Neujahrsansprache appelliert sie an die Bürgerinnen und Bürger, aus der Erfahrung dessen, was in 30 Jahren deutscher Einheit geleistet worden sei, zuversichtlich in das neue Jahrzehnt zu blicken. Sie nannte insbesondere die Arbeitswelt und betonte, die Menschen sollten auch in Zukunft einen guten und sicheren Arbeitsplatz haben.

Merkel: "Zugleich erleben wir täglich, wie sehr der digitale Fotschritt unser Leben in allen Bereichen verändert. Natürlich auch unser Arbeitsleben. darauf müssen wir neue Antworten finden, denn wir wollen, dass alle Menschen Zugang zu der Bildung haben, die sie für diesen Wandel brauchen. Wir wollen, dass sie auch in Zukuft einen guten und sicheren Arbeitsplatz haben - und im Alter eine verlässliche Rente."

"Dazu brauchen wir mehr denn je den Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen, und die Entschlossenheit, schneller zu handeln, in der Überzeugung, dass Ungewohntes gelingen kann - und gelingen muss, wenn es der Generation der heute jungen Menschen und ihren Nachkommen noch möglich sein soll, auf dieser Erde gut leben zu können", sagte Merkel.

"Krise der Erderwärmung von Menschen gemacht"

Einen besonderen Akzent setzt Merkel auf den Klimawandel. Es brauche die Bereitschaft, Neues zu wagen, und schneller zu handeln, so Merkel.

Merkel: "Die Erwärmung unserer Erde ist real, sie ist bedrohlich. Sie und die aus der Erderwärmung erwachsenen Krisen sind von Menschen verursacht. Also müssen wir auch alles Menschenmögliche unternehmen, um diese Menschheitsherausforderung zu bewältigen. Noch ist das möglich."

Diese Überzeugung trage auch das soeben von der Regierung in Berlin und den Bundesländern beschlossene Klimaschutzprogramm.

"Es sind unsere Kinder und Enkel, die mit den Folgen leben müssen"

Sie selbst werde mit ihren 65 Jahren nicht mehr alle Folgen des Klimawandels erleben, die sich bei einem Nicht-Handeln der Politik einstellen würden, sagte Merkel. "Es sind ja unsere Kinder und Enkel, die mit den Folgen dessen leben müssen, was wir heute tun oder unterlassen. Deshalb setze ich all meine Kraft dafür ein, dass Deutschland seinen Beitrag leistet - ökologisch, ökonomisch, sozial - den Klimawandel in den Griff zu bekommen."

Dabei könnten die Menschen in Deutschland auf dem aufbauen, was sie schon immer stark gemacht habe: "unseren Ideen, unserem Erfindergeist, unserem Fleiß und unserer Hartnäckigkeit, unseren Handwerkern, Ingenieuren und Fachkräften, unseren staatlichen und ehrenamtlichen Strukturen, unserer Art des Zusammenlebens in Familien und Vereinen, der Wertschätzung für diejenigen, die zum Beispiel in der Pflege für andere Menschen und mit anderen Menschen arbeiten".

"Nur in der EU können wir unsere Werte und Interessen behaupten"

Einen weiteren Schwerpunkt setzt Merkel auf die Europäische Union. Nur in der EU "können wir unsere Werte und Interessen behaupten, Frieden, Freiheit und Wohlstand sichern".

Die Kanzlerin forderte Europa auf, seine Stimme stärker in der Welt einzubringen. Deutschland werde sich dafür im kommenden Jahr in seiner EU-Ratspräsidentschaft einsetzen, etwa durch einen Gipfel aller Mitgliedstaaten mit China und ein Treffen mit den Staaten Afrikas.

Merkel: "Die Zusammenarbeit mit Afrika liegt auch in unserem eigenen Interesse. Denn nur wenn Menschen die Chance auf ein friedliches und sicheres Leben haben, werden Flucht und Migration abnehmen."

Merkel dankte denjenigen, die in Deutschland politische Verantwortung übernehmen, insbesondere Kommunalpolitikern. "Sie - wie alle Menschen in unserem Land - vor Hass, Anfeindungen und Gewalt, vor Rassismus und Antisemitismus zu schützen, ist Aufgabe des Staates, eine Aufgabe, der sich die Bundesregierung besonders verpflichtet fühlt."

In den sozialen Medien hatten Angela Merkel und ihre Pressesprecher zuvor ein schönes Weihnachtsfest gewünscht.