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"Hüterin der Zivilisation": Merkel mit Theodor-Herzl-Preis geehrt

"Hüterin der Zivilisation": Merkel mit Theodor-Herzl-Preis geehrt
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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in München den Theodor-Herzl-Preis des Jüdischen Weltkongresses verliehen bekommen. Die Auszeichnung geht an herausragende Persönlichkeiten, die sich für eine "sichere und tolerante Welt für das jüdische Volk" einsetzen.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, bezeichnete Angela Merkel als "Hüterin der Zivilisation". Gleichzeitig betonte er, dass 75 Jahre nach Auschwitz der alte Judenhass wieder sein Haupt erhebe.

"Das Problem ist kein jüdisches, sondern ein deutsches", so Lauder. "Wir müssen zusammenstehen gegen Antisemitismus, Rassismus, Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie."

In ihrer Rede ging Merkel unter anderem auf das Attentat in Halle ein, bei dem kürzlich zwei Menschen nahe einer Synagoge erschossen worden waren. Es beschäme sie zutiefst:

"Der Antisemitismus treibt in Deutschland weiter sein Unwesen und gerade jüngste Entwicklungen - und zwar nicht nur der Angriff in Halle - müssen uns alle mit großer Sorge erfüllen."

Laut einer repräsentativen Umfrage des Jüdischen Weltkongresses hegt rund jeder vierte Deutsche antisemitische Gedanken. Außerdem seien mehr als ein Viertel der Meinung, dass Juden zu viel Macht in der Wirtschaft und der Gesellschaft haben.

Mit Blick auf die Landtagswahl in Thüringen bei der die AfD zweitstärkste Kraft geworden war, sprach Charlotte Knobloch, Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München, von einem "erschütternden Wahlergebnis" und einem "Abgrund von Hass und Intoleranz".

Bisherige Preisträger des Theodor-Herzl-Preises waren unter anderem der frühere US-Präsident Ronald Reagan, die Familie Rothschild, der einstige israelische Präsident Shimon Peres und der deutsche Verleger Axel Springer.

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