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Wegen Hass im Internet: Mareile Höppner (42) sagt Semperopernball ab

Mareile Höppner
Mareile Höppner   -  
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Die MDR-Moderatorin Mareile Höppner, die anstelle von Judith Rakers den Semperopernball in Dresden hätte moderieren sollen, hat an diesem Samstag auf Instagram mitgeteilt, dass sie "wegen Hass und Anfeindungen" ihre Zusage zurückzieht. Die 42-Jährige schrieb:

"Ich hatte gehofft, nach all den Skandalen und der sehr berechtigten Kritik an der Auswahl eines Preisträgers, dass ich diesen Abend für ein neues Zeichen, für einen Abend im Sinne unserer guten demokratischen Werte, würde gestalten können.

Statt dessen haben einige Reaktionen jede Grenze überschritten: Ich bin nun Opfer und Zielscheibe von schlimmstem Hass und Anfeindungen geworden. Selbst vor meinem Kind wurde dabei nicht halt gemacht.

Deshalb trete ich von der geplanten Moderation des Balls zurück. Ich wünsche meinem Kollegen Roland Kaiser viel Kraft für diesen Abend. Von dem Verantwortlichen des Balls erwarte ich, dass er endlich wirklich neue Zeichen setzt."

Die Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers hatte zuvor wegen des Preises an Ägyptens Präsidenten Abdel-Fattah Al-Sisi abgesagt. Ball-Vereins-Chef Hans-Joachim Frey - der sich zuvor für die Preisvergabe an Al-Sisi entschuldigt hatte - teilte am Samstagabend mit: "Wir sind schockiert über die Hetze und den Hass, die Mareile Höppner plötzlich in den vergangenen zwei Tagen trafen."

Der MDR hat Mareile Höppner Unterstützung zugesagt: "Wir als MDR sind erschüttert über das Ausmaß der Verrohung. Nichts rechtfertigt auch nur im Geringsten eine solche Hetze.

Selbstverständlich respektieren wir Mareile Höppners Entscheidung und haben ihr juristische Unterstützung angeboten. Frau Höppner hat bereits Anzeige erstattet. Verfolgen statt nur löschen – mit dieser klaren Ansage bieten wir schon seit geraumer Zeit allen unseren Mitarbeitern tatkräftige Hilfe beim Umgang mit Hass und Hetze im Netz."

Und der Sender zeigt sich auf seiner Internetseite auch selbstkritisch: "Wir haben unsere Kritik an der Ehrung des ägyptischen Machthabers al-Sisi schon in den vergangenen Tagen in unserem Programm sehr deutlich gemacht und werden dies auch in unserer MDR-Sendung „Countdown zum Semperopernball“ so handhaben. Und wir werden die künftige Übertragung des Balls anschließend intern kritisch auf den Prüfstand stellen."

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