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Macron will Mont Blanc vor "Verrückten" schützen

Der Mont Blanc - höchster Berg der Alpen
Der Mont Blanc - höchster Berg der Alpen   -   Copyright  Pixabay
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Der französische Präsident Emmanuel Macron will Maßnahmen zum Schutz des Mont Blanc vorstellen, nachdem sich ein Bürgermeister beschwerte, dass "Verrückte" den Gipfel zerstören.

Macron, der am Donnerstag einen Gletscher am Fuße des Mont-Blanc besuchen und eine Rede in Chamonix halten soll, sagte auf Twitter, dass er "konkrete Maßnahmen" als Antwort auf einen offenen Brief von Jean-Marc Peillex darlegen werde.

Peillex, der Bürgermeister von Saint-Gervais Les Bains, einer kleinen Gemeinde am Fuße des Gipfels, hatte im September gesagt, es sei "gut und schön, die Brände im Amazonasgebiet zu bekämpfen, aber das, was auf dem Mont-Blanc geschieht, zu ignorieren und eine solche Respektlosigkeit weitergehen zu lassen", sei "nicht hinnehmbar".

Wir werden den Mont Blanc schützen. Konrete Maßnahmen. Ich bin morgen bei Euch.
Emmanuel Macron
Präsident Frankreich

"Pseudo-Bergsteiger" gefährdeten sich selbst und andere würden davonkommen, weil es an Gesetzen und Sanktionen fehle. Die Überbevölkerung auf dem höchsten Berg der Alpen führe zudem zu einer erhöhten Umweltverschmutzung.

Als Beispiel nannte er Matthew Paul Disney, der den 4.810 m hohen Gipfel im September vergangenen Jahres mit einem Fitnessgerät zu besteigen, um es dann 500 Meter von seinem Ziel entfernt stehen zu lassen.

Im selben Monat stieg ein deutscher Bergsteiger mit seinem Hund auf den Gipfel, obwohl die Behörden ihn aufforderten, sein Haustier nicht mitzubringen. "Der Hund kam lebendig, aber mit blutigen Pfoten wieder herunter", beklagte Peillex.

Weitere Probleme seien nicht lizenzierte Bergführer, Menschen, die den Aufstieg mit schlechter Ausrüstung versuchten, und aggressives Verhalten von Besuchern.

"Diese Situation hat lange genug gedauert", so der Bürgermeister und forderte Macron auf, "unverzüglich Gesetze auf den Weg zu bringen, die ab 2020 all diese Verrückten, die das Gesetz brechen, streng bestrafen und den Frieden am Mont Blanc wiederherstellen".

Im September 2018 versuchte die Präfektur der Haute Savoie, die Überbelegung und das respektlose Verhalten zu bekämpfen, indem sie eine tägliche Quote von 214 Personen einführte, die den Gipfel besteigen dürfen.

Aber auch der Klimawandel hat große Auswirkungen. Nach Angaben des Forschungszentrums für alpine Ökosysteme sind die Temperaturen in den Alpen im Laufe des 20. Jahrhunderts um 2°C gestiegen und liegen damit über dem Durchschnitt von 1,4°C in ganz Frankreich.

Der Temperaturanstieg hat dazu geführt, dass die Gletscher in den Gebirgsketten seit 1850 30 bis 40% ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens verloren haben.