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Zu früh gefreut? Coronavirus-Rezession nicht ausgeschlossen

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Zu früh gefreut? Coronavirus-Rezession nicht ausgeschlossen
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Der Mobile World Congress fällt wegen Krankheit aus - die Absage der weltgrößten Mobilfunkmesse MWC in Barcelona (eigentlich 24. bis 27. Februar) wegen des Coronavirus - Covid-19 - macht auch den letzten Optimisten klar – das hier ist eine Gesundheitskrise, nicht "business as usual".

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Mitten in der Einführungsphase neuer 5G-Dienste waren die Veranstalter von einer Flut von Absagen überschwemmt worden. Allein am Mittwoch teilten die Deutsche Telekom, Vodafone, der Netzausrüster Nokia und der Smartphone-Hersteller HMD Global mit, dass sie der Veranstaltung fernbleiben. Am Dienstag hatten der Chipriese Intel, der US-Telekomkonzern AT&T und der chinesische Smartphone-Anbieter Vivo ihre Teilnahme abgesagt. Sony und Amazon, der Telekom-Ausrüster Ericsson, der südkoreanische Elektronikkonzern LG und der Chiphersteller Nvidia waren schon vorher ausgestiegen.

Der Mobile World Congress gilt als die weltweit wichtigste Veranstaltung der Mobilfunkbranche. In diesem Jahr wurden wieder mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Der Virusausbruch hat globale Auswirkungen. Geschlossene Fabriken in China stören bereits die globalen Lieferketten.

Analysten der Deutschen Bank haben die bisher erwartete Konjunkturbelebung in China abgeschrieben und rechnen nun damit, dass das Coronavirus das das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,2 Prozentpunkte dämpfen könnte – nach einem möglichen Minus Ende 2019. Zwei Kontraktionen in Folge - technische Rezession genannt - in der größten Volkswirtschaft der Eurozone wären ein Schlag für die Euro-Wirtschaft.

"Wir rechnen damit, dass eine technische Rezession im Winterhalbjahr nunmehr zunehmend wahrscheinlich ist", heißt es in einer Studie.

China ist mit mehr als 200 Milliarden Euro Warenaustausch (2019) Deutschlands wichtigster Handelspartner im außereuropäischen Ausland.

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China ist ein wichtiger Zulieferer für Autowerke auf der ganzen Welt. Die bange Frage: Wie kommt die Fabrikproduktion nach den extralangen Neujahrsferien wieder in Gang?

IWF OPTIMISTISCH...

Der Internationale Währungsfonds IWF gibt sich überraschend optimistisch.

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Kristalina Georgieva, Internationaler Währungsfonds IWF:

"Das wahrscheinlichste Szenario sieht aus wie der Buchstabe V. Würde heißen: ein starker Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten in China, gefolgt von einer raschen Erholung und einer insgesamt relativ eingeschränkten Auswirkung auf China. Dann ist auch die Auswirkung auf die Weltwirtschaft begrenzt."

...FINANZMÄRKTE WANKELMÜTIG...

Aber die Finanzmärkte bleiben wankelmütig. Die Nachricht, dass dem Virus die Luft ausgehen könnte, brachte Rekordhochs an wichtigen Börsen – nun werden erst mal diese Gewinne mitgenommen.

...WHO VORSICHTIG...

Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Verlangsamung der Epidemie mit "äußerster Vorsicht" betrachtet werden sollte. Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands immerhin mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland.

...FORMEL 1 BREMST

PS: Aus Angst vor dem Virus wird die Formel 1 britischen Medienberichten
zufolge nicht wie geplant Mitte April in Shanghai fahren. Die Rennserie habe sich gegen die Austragung des Grand Prix in der ostchinesischen Hafenmetropole am 19. April entschieden, hieß es beim Weltverband Fia. Offen ist noch, ob das als vierter Saisonlauf geplante Rennen gestrichen oder auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wird. Platz ist dafür im dicht gedrängten Kalender mit eigentlich 22 Rennen kaum.

su mit dpa

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