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Leere Supermarkt-Regale: Viele horten Nudeln, Mehl und Mineralwasser

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Supermarkt in Norditalien - Ende Februar
Supermarkt in Norditalien - Ende Februar   -   Copyright  AP Photo/Luca Bruno   -   Luca Bruno
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Nicht nur in Italien und in Deutschland - auch in weit weniger vom Coronavirus und häuslicher Isolation betroffenen Ländern - wie in Tschechien und Ungarn - gibt es jetzt leere Regale in Supermärkten, weil viele Leute Hamsterkäufe gestartet haben. Die Situation sei schlimmer als bei den Vorratskäufen zu Weihnachten erklärte der tschechische Handelsverband. Der Vorsitzende des Handelsverbandes, Tomáš Prouza, erklärt, was für weite Teile Europas gilt: "Die Leute kaufen haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Dosen und sie kaufen Mineralwasser."

Streit im Supermarkt wegen Hamsterkäufen

Mehrere Medien veröffentlichten seit Jahren geltende Tipps Ratschläge, welche Vorräte man generell zu Hause haben sollte. In der aktuellen Mitteilung des deutschen Innenministeriums zum Coronavirus heißt es: "Unabhängig von Covid-19 empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit vielen Jahren (mittlerweile in der 6. Auflage vom Dezember 2018) in seinem "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" Maßnahmen zur Bevorratung von Lebensmitteln. Im Sinne eines effektiven Selbstschutzes bereitet er die Bevölkerung somit auf diverse Krisen und Katastrophen angemessen vor."

Der Vorsorge-Ratgeber des BBK enthält ereignisunabhängige Informationen wie z.B. zur Lebensmittelbevorratung oder zur Ausstattung der Hausapotheke inkl. entsprechender Checklisten. Das Anlegen von Vorräten, das über den Ratgeber hinausgeht, ist aus fachlicher Sicht nicht sinnvoll.

Schutzmasken vielerorts Mangelware

In den meisten Apotheken in Europa gibt es keine oder kaum noch Atemschutzmasken. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte auch, dass über Methoden nachgedacht werde, wie in Krankenhäusern Wegwerf-Schutzkleidung mehrfach genutzt werden könne.

In Frankreich wurde ein nationaler Vorrat an Schutzmasken angelegt, der Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden soll.

Auch Desinfektionsmittel wurden zeitweise so viele gekauft, dass sie nicht ständig zur Verfügung standen.

"Die Leute reagieren extrem"

In einigen Supermärkten in Deutschland gab es laut lokalen Medien Streit, weil einige Kunden großen Mengen an inzwischen seltenen Waren - darunter auch Klopapier, Mineralwasser und Mehl - einkaufen wollten.

Ein Mann auf dem Parkplatz des Supermarkts in Budapest meint: "Es kann nichts schaden ein bisschen zu horten. Aber so zwei-drei Kilo Mehl, und eine oder zwei Flaschen Mineralwasser sind genug."

Doch nicht alle machen mit. Ein anderer Mann hält die Hamsterkäufe für übertrieben: "Das ist typisch für unsere Zeit. Die Leute reagieren extrem auf kleine Probleme wie das Coronavirus, von dem bestimmt nicht 90 Prozent betroffen sein werden."

Das Phänomen der Hamsterkäufe wird durch den Herdentrieb verstärkt - und leere Regale vermehren die Angst, dass Waren fehlen könnten.

In den sozialen Medien wird ebenfalls kontrovers diskutiert.

Euronews-Reporter Ádám Magyar fasst zusammen: "In Italien haben die Leute die Supermärkte gestürmt, als es einen dramatischen Anstieg der Coronavirus-Fälle gab. In Rumänien, Tschechien und Ungarn horten die Leute Lebensmittel, obwohl Covid-19 kaum vorkommt."