Eilmeldung
This content is not available in your region

Die Lage in Deutschland: Maßnahmen effizient, sollen aufrecht erhalten werden

Das Rathaus in München
Das Rathaus in München   -   Copyright  Matthias Schrader/AP
Schriftgrösse Aa Aa

Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert über die Lage der Coronavirus-Epidemie in Deutschland. Zahl der Infektionen, Todesfälle, Verbreitung und möglicherweise Bilanz der getroffenen Maßnahmen.

Reichen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aus, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen?

Zum Corona-Geschehen in Deutschland sagte Wieler zunächst zusammenfassend, die für das Land getroffenen Maßnahmen hätten Gültigkeit und müssen aufrecht erhalten werden.

Lage-Einschätzung: 30.03. 10 Uhr 658.000 Fälle rund 33 421 Tote , Sterberate von 5 Prozent. 301804 Fälle EU -Wirtschaftsraum, 32.006 Menschen 7,6 Prozent Sterblichkeit.

"Die Pandemie dauert an, wird noch Wochen und Monate unterwegs sein", warnte Wieler. In den USA liege die Sterberate derzeit bei 1,8 Prozent in Deutschland 0.8 Prozent.

Zahlen aus Deutschland

In Deutschland, Stand 31.03 um 0.00 Uhr: 61.913 COVID-Fälle elektronisch übermittelt, 4.615 mehr als am Vortag, Fallzahlen steigen weiter - wie erwartet. 583 Todesfälle, 128 mehr als am Vortag.

Tote sind im Durchschnitt 80 Jahre alt, die jüngste verstorbene Person war 28 Jahre alt, sie habe an Vorerkrankungen gelitten.

Für Epidemiologen ist die sogenannte Gesamtinzidenz sie interessant, sie liege bei 74 Fällen (Infektionen pro 100.000 Einwohner), regionale Unterschiede seien normal. Als gute Nachricht bezeichnete Wieler, dass zu diesem Zeitpunkt nach Schätzung des RKI 16.100 Menschen genesen sind.

Bei allen von Gesundheitsämtern gemeldeten Fällen seien die Erkrankten im Durchschnitt 47 Jahre alt, etwas mehr Männer als Frauen. 41.000 Fälle haben klinische Informationen an das RKI weitergegeben, 43 Prozent der Menschen husten, 41 Prozent haben Fieber.

Studie Cosmo: Wie ist die Risikowahrnehmung in Deutschland?

In der vergangenen Woche hielten 41 Prozent der Deutschen COVID für gefährlich, in der Vorwoche waren es 34 Prozent. Ältere und chronisch kranke Menschen denken, dass die Erkrankung schwerwiegend für sie wäre. Auch diejenigen, die im Gesundheitssektor arbeiten wären sich der Gefahr besser bewusst. Generell müsse die Risikobewertung weiter steigen, in allen Altersschichten.

Er appellierte erneut an alle Menschen, Abstand zu halten und die anderen bekannten Maßnahmen einzuhalten.

Viele Menschen glauben laut Studie an einen Medienhype.

An ältere Menschen, die ihre Enkelkinder beaufsichtigen sagte Wieler, das sei großartig, aber sie müssten sich auch gegenseitig schützen. "Achten Sie bitte auf dieses Risiko", so Wieler und "passen Sie ihr Schutzverhalten an".

Schutzverhalten: Bewusstsein vs. Realität

Nicht alle die krank seien, blieben zuhause. 89 Prozent der Menschen wissen, dass sie sich in Selbstquarantäne begeben müssten, 63 Prozent tun das.

Den Trend und eventuelle Trendwende werde man bis Ostern beobachten und erste Bilanz ziehen können.

Die geringe Sterberate in Deutschland

Früh und schnell getestet, viele leichte Fälle in der Statistik. Junge und gesunde Menschen seien darin. Alte und Menschen in Pflege und Altenheimen wurden zunächst nicht so erfasst. Die Sterberaten werden auch durch diese steigen, sagte er.

Es gebe bisher keinen Hinweis auf eine große Untererfassung.

Mund-Nasen-Schutz vs. Sicherheitsmaske

FFP2-Masken gehören an medizinisches Personal und Pflegepersonal für optimalen Schutz. Mund-Nasen-Schutz dient dem Schutz anderer vor Infektion. Damit Tröpfchen nicht so weit fliegen können, bei Kranken.

Können selbstgenähte Masken helfen? Mund-Nasen-Schutz - auch selbstgebaut - halte Tröpfchen zurück. "Für den Schutz anderer ist er sicher von Relevanz", so Wieler.

Massenhafte Tests?

Mehr und mehr Tests seien empfohlen aber sie müssten strategisch sinnvoll erfolgen. Tests an nicht erkrankten Personen, die keinen Kontakt zu bestätigten Fällen hatten, empfiehlt das RKI nach wie vor nicht.

Tracing Südkorea

Jede technische Hilfe um Kontaktpersonen sei willkommen, aber es gebe in Deutschland bisher keine Pläne Standorte zu bestimmen. In Südkorea habe das geholfen. In Deutschland sei das aber datenschutzrechtlich nicht denkbar.

Antikörpertests

Diese Tests weisen laut Wieler nach, ob jemand mit der Krankheit infiziert war. Diese Tests helfen, einen Einblick in die Dunkelziffer zu gewinnen. Wie lange die Immunität hält, könne so auch erforscht werden. Bisher weiß man das nach wie vor nicht.