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Niedersachsen verbietet Besucher in Altenheimen

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Deutschland und die Welt im Ausnahmezustand: Zumindest lacht die Sonne.
Deutschland und die Welt im Ausnahmezustand: Zumindest lacht die Sonne.   -   Copyright  Matthias Schrader/AP
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In Deutschland wurde aktuell bei fast 62.000 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Das meldet das Robert Koch Institut. Das ist ein Anstieg von mehr als 4.600 Fällen im Vergleich zum Vortag. Auch die Todeszahlen in Zusammenhang mit Covid-19 stiegen, 128 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden an der Lungenkrankheit, insgesamt sind in Deutschland damit mehr als 580 Personen an Covid-19 gestorben.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, geht davon aus, dass die Sterberate steigen wird:

Dadurch, dass wir so früh getestet haben und uns so gut vorbereiten konnten, haben wir aber auch viele leichte Fälle in der Testung drin. Das heißt, die Alten und Hochaltrigen, die wurden am Anfang von uns nicht so erfasst. Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflegeheimen, in Altenheimen, und wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit auch ansteigen wird.
Lothar Wieler
Präsident des Robert Koch-Instituts

Niedersachsen: Besuchsverbote für Altenheime

Die Situation in den Pflegeheimen, vor allem in Niedersachsen, spitzt sich weiter zu. Nachdem in Wolfsburg in einem Alten- und Pflegeheim bereits 17 Menschen an Covid-19 gestorben sind, hat die Landesregierung Besuchsverbote für Altenheime erteilt.

Medienberichten zufolge haben sich in einer Einrichtung in Gadenstedt bei Peine 13 Bewohner sowie drei Beschäftigte mit dem Erreger angesteckt. Nach Informationen des NDR wird es in Pflegeheimen in Hamburg wohl bald offiziell ein komplettes Besuchsverbot geben.

Für den Virologen Christian Drosten, Direktor der Charité Berlin, markieren diese Fälle in deutschen Pflegeheimen eine neue Phase. Auch er geht von mehr Todesfällen aus. Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt, sagte Drosten im NDR.

Mittwoch: Beratung über Exit-Strategie

In Deutschland sorgt auch die Exit-Strategie, also, wann und wie schnell die Einschränkungen wieder gelockert werden sollen, für Diskussionsstoff. Dazu wollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder auf einer Schaltkonferenz am Mittwoch beraten. Nach Aussagen von Regierungssprecher Steffen Seibert könne man das Ergebnis der Maßnahmen erst am Ende der Woche oder Anfang nächster Woche sehen.

In den einzelnen Bundesländern gelten derzeit unterschiedliche Ausgangsbeschränkungen - Bayern, Brandenburg und das Saarland haben diese bis zum 19. bzw. 20. April verlängert.

Werden Handy-Daten genutzt, um Sars-Cov-2 einzudämmen?

Ob und wann Handy-Daten genutzt werden sollen, um mögliche Kontaktpersonen von Infizierten warnen zu können, ist noch nicht entschieden.

Die Bundesregierung zögert noch mit der Einführung einer Corona-App, die sich jeder freiwillig herunterladen kann. Laut Bundesgesundheitsministerium diskutiert man derzeit unterschiedliche Ideen, wie man Handy-Daten nutzen könnte, um eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.