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RKI-Warnung für Deutschland: "Wir stehen am Anfang der Epidemie"

Ein Polizist am Eingang eines Gerichts in Nürnberg, 31. März 2020
Ein Polizist am Eingang eines Gerichts in Nürnberg, 31. März 2020   -   Copyright  Daniel Karmann/dpa via AP
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Die Zahl der Toten hat jetzt auch in Deutschland die 1.000-Marke überschritten, Experten hatten das erwartet. Wie ist die neue Haltung des RKI zum Tragen von Masken? Und zeigen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus Effekt? Prof. Lothar Wieler, Chef des RKI informiert zur aktuellen Lage der Gesundheitskrise in Deutschland und der Welt.

(Sehen Sie oben im Player die Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts).

Übersicht generell, auf der Welt gibt es 1 Million offiziell gemeldete Fälle, 216.000 in den USA, 110.000 in Italien, 102.000 Fälle in Spanien.

Infektionen und Todesfälle - Die Zahlen aus Deutschland

Am 3. April um 0 Uhr morgens gab es in Deutschland nach Meldung der Gesundheitsämter rund 80.000 Covid-Fälle, die gemeldeten Zahlen nehmen zu, so Wieler. 1.017 Todesfälle gibt es in Deutschland. Gesamtinzidenkt 69 Fälle pro 100.000 Einwohner, sie schwankt je nach Region.

Das Durchschnittsalter liegt in Deutschland bei 48 Jahre, 51 Prozent sind Männer, 49 Prozent sind Frauen. Das Durchschnittsalter der Toten in Deutschland liegt bei 88 Jahren. Die häufigsten Symptome sind nach wie vor Husten und Fieber. 1.240 Lungenentzündungen gab es in den Fällen, für die dem RKI Daten vorliegen.

Mehr Tote in Deutschland als zuvor

Die Todesfälle in Deutschland die Sterberate ist auf 1,2 Prozent gestiegen, viele Fälle befänden sich in stationärer Behandlung, die Zahl der Todesfälle werde also weiter steigen, so Wieler.

Position des RKI zu Masken

Man müsse unterscheiden zwischen medizinischem Mund-Nasen-Schutz und die FFP2-Masken, die für medizinisches Personal benötigt werden. Weiter Abstand halten sei der allerbeste Schutz, Händehygiene und Husten-Nies-Regeln sind die wichtigsten Regeln, die jeder beherrschen sollte.

Stoffmasken könnten dabei helfen Tröpfchen zurückzuhalten. Sie helfen aber nicht dabei, den Maskenträger selbst zu schützen. Auch für den Fremdschutz gebe es bisher keine wissenschaftliche Belege. "Man selber wird mit einer solchen Maske nicht geschützt", so Wieler. Jeder der krank ist, sollte zuhause bleiben. Auch mit Maske. Wer krank ist, sollte sich nicht in die Öffentlichkeit begeben.

Aber anders als viele Medien zuvor berichteten, habe man nicht seine Empfehlung in Bezug auf das Tragen von Masken geändert. "Hier irrt die Bild", so Wieler diesbezüglich.

Masken könnten falschen Schutz antäuschen

Nach Durchfeuchtung muss die Maske gewechselt werden, muss eng anliegen und der Tröger darf sich nicht ins Gesicht fassen, nicht an die Maske anfassen. Das Tragen der Masken in diesen Fällen könne dazu führen, dass man sich in einer falschen Sicherheit wiegt. Händehygiene und andere Regeln müssten dringend beachtet werden, ansonsten schade das Tragen der Masken den Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung.

Öffentliche Verkehrsmittel - was zu beachten ist

Abstände zwischen Passagieren müssten eingehalten werden, zur Not müssten mehr Züge und S-Bahnen eingesetzt werden. Wer krank ist, sollte nicht öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch nehmen.

Krankenversorgung in KH und Altenheimen

Immer mehr Todesfälle und Erkrankungen, diese Menschen fallen aus für die Versorgung. Patienten und Verdachtsfälle müssen räumlich getrennt werden. Patientenströme auch in Arztpraxen müssten räumlich getrennt werden.

Es bleibe das Ziel, das Virus einzudämmen, das gehe durch drei Säulen:

  1. Eindämmung: Erkrankte frühzeitig erkennen, Isolierung von Kontaktpersonen nachverfolgen

2. Das schützen besonders gefährdeter Gruppen

3. Erhöhung der Kapazitäten in Krankenhäusern und Laboren

"Wir stehen am Anfang dieser Epidemie und wir dürfen mit diesen Regeln nicht nachlassen", so Wieler.

Wann kann das normale Leben wieder anfangen?

Wenn die Infektionszahl, die von einer Person ausgeht (R-Null genannt), zurückgeht, wenn die Gesamtinzidenz zurückgeht, die Anzahl der Infektionen in bestimmten Regionen. Wie viele Neuinfektionen in einem gewissen Zeitraum kommen dazu?

Wie kann der Wiederanfang aussehen?

Es gebe noch keine finalen Pläne, das sei eine sehr schwierige Aufgabe. Er gehe davon aus, dass ein serieller Wiederanfang in Frage komme. Dass Schulen, Restaurants und andere Einrichtungen alle auf ein Mal wieder aufmachen, könne er sich nicht vorstellen, so Wieler.