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Leben nach Corona: Deutsche Wissenschaftler stellen "Exit"-Plan vor

(FILES) This file photo taken on March 13, 2020 shows an empty classroom at a high school in Halle/Saale. (Photo by JENS SCHLUETER / AFP)
(FILES) This file photo taken on March 13, 2020 shows an empty classroom at a high school in Halle/Saale. (Photo by JENS SCHLUETER / AFP)   -   Copyright  JENS SCHLUETER/AFP or licensors
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Die Ausgangsbeschränkungen sollen nach Meinung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina schrittweise gelockert werden. Demnach sollen so bald wie möglich Schulen der Primar- und der Sekundarstufe I wieder öffnen - betroffen sind Kinder zwischen 6 und 16 Jahren.

Das geht aus einer an diesem Montag veröffentlichten Studie der Forschungsgemeinschaft mit Sitz in Halle hervor. Auf 19 Seiten hat sie aus medizinischer, wirtschaftlicher, verfassungsrechtlicher und psychologischer Sicht abgewogen, wie ein schrittweiser Rückgang zur Normalität aussehen sollte und Handlungsempfehlungen gegeben.

Schulen und Kitas

Gegen die Öffnung von Kindergärten und -tagesstätten haben die Forscher der Leopoldina größere Vorbehalte. Hintergrund ist, dass kleinere Kinder nur schwer Sicherheitsabstände einhalten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können. Deshalb sollten in Kitas maximal fünf Kinder in einem Raum sein.

Die Wissenschaftler machen im Bildungsbereich auch weitere konkrete Vorschläge, wie der Unterricht künftig stattfinden könne. Zunächst solle sich etwa auf die Schwerpunktfächer Deutsch, Mathe und Fremdsprachen konzentriert werden. Zudem sollten konstante Lerngruppen gebildet werden, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Als Gruppengröße wird eine Zahl von 15 Schülerinnen und Schülern genannt, sofern entsprechend große Klassenräume vorhanden sind.

Hauptsache hygienisch

Voraussetzung sei, dass sich die Zahl der Infizierten dauerhaft niedrig bleibe und dass Hygienievorschriften wie regelmäßiges Händewaschen eingehalten würden, erklärten die Wissenschaftler. Sie empfahlen Atemschutzmasken etwa in Bussen und Bahnen aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet.

Einzelhandel, Gastgewerbe, Ämter

In der Stellungnahme "Die Krise nachhaltig überwinden" sagen die Experten, dass auch viele weitere Teile des öffentlichen Lebens schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden können: zunächst etwa im Einzelhandel, Gastgewerbe und bei den Behörden. Auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden.

Doch von einer Entwarnung kann nicht die Rede sein. Auch wenn jetzt über eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens diskutiert wird, machen die Experten klar, dass _"_die Pandemie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben noch auf Monate bestimmen wird".