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COVID-19-Kampf und Schutz der Privatsphäre darf kein Widerspruch sein

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COVID-19-Kampf und Schutz der Privatsphäre darf kein Widerspruch sein
Copyright  Lukasz Kobus/EU/Lukasz Kobus
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Europa beginnt mit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen - doch die Eindämmung neuer Coronavirus-Ausbrüche muss verhindert werden.

Um die Ausbreitung des Virus zu verfolgen, könnten Mobilfunk-Applikationen helfen.

Doch dringen sie in die Privatsphäre der Bürger ein.

Man müsse sehr klar sagen, ob man so etwas akzeptieren wolle, sagt Patrick Breyer von der deutschen Piratenpartei.

Es fehle hier auf Seiten der EU-Kommission der Respekt vor fundamentalen Bürgerrechten.

Doch Brüssel müse sich für genau diese Respektierung der Bürgerrechte einsetzen.

Es dürfe zwischen dem Kampf gegen die Pandemie und den Bürgerrechten kein Widerspruch bestehen.

Um diese Sorgen zu berücksichtigen, hat die Kommission für die Applikationen entspechende Rchtlinien herausgegeben.

Die Installation und der Gebrauch dieser Applikationen seien freiwillig, so EU-Kommissionssprecher Johannes Bahrke.

Die Bürger müssten Vertrauen in die Applikationen haben, dass diese Daten und die Privatsphäre schützten.

Die Debatte über den Schutz der Privatspäre steht inzwischen im Zentrum der Diskussionen über COVID-19.

Dabei geht es um die Rolle einer ganzen Branche.

Wenn man sich die Lage nach der Anschlägen vom 11. September 2001 vor Augen führe, so seien viele der damals eingeführten Sicherheitsmaßnahmen immer noch in Kraft, meint Paul Jordan von der IAPP (International Association of Privacy Professionals).

Die Frage sei, was passiere mit dieser Datensammlung.

Wissenschaftler, Technologie-Experten und andere Fachleute haben ein europaweites Instrument entwickelt, dass Regierungen und Entwicklern der Handy-Applikationen Standards, Technologie und Dienstleistungen anbietet.

Dabei brauche man keine Geo-Lokalisierung, keine Telefonnummer und keine Adresse der Nutzer, so Chris Boos, einer der Erfinder dieser Initiative.

Das System stelle fest, weche physische Nähe ein Nutzer zu anderen Menschen gehabt habe und welche Bewegungen dieser Nutzer gemacht habe.

Man könne also Pandemie-Management ohne ein Eindringen in die Privatspäre erreichen.

Eine endgültige Lösung steht freilich noch aus.