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Covid-19-Patienten schneller gesund: Remdesivir lässt hoffen

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Covid-19-Patienten schneller gesund: Remdesivir lässt hoffen
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Eine gute Nachricht, die Aktienkurse weltweit in die Höhe treibt: Das Ebola-Mittel Remdesivir hat bei der Behandlung von Covid-19 laut dem Hersteller einen "klaren positiven Effekt".

Krankheitsverlauf verkürzt

In einer US-Studie mit über 1000 Patienten aus Amerika, Europa und Asien verkürzte das Medikament die Genesungszeit um im Schnitt vier Tage.

Der Virologe Anthony Fauci, Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA, sagt: "Es kam zu einer Verbesserung um 31 Prozent, nicht 100 Prozent. Trotzdem ist die Studie ein sehr wichtiger Beweis dafür, dass ein Medikament das Virus blockieren kann.“

Weniger deutlich sind die Erfolge bei der Sterblichkeit. Patienten, die Remdesivir erhielten, starben in acht Prozent. Patienten, die ein Placebo nahmen, in 11,6 Prozent der Fälle.

Für Ebola entwickelt

Auch eine Studie aus China trübt die Hoffnung: Das Ergebnis: Remdesivir sei nicht wirksam gegen Covid-19. Sie stützt sich allerdings nur auf 237 Versuchsteilnehmer – und ist damit wenig aussagekräftig.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Die US-Regierung will es nun Covid-19-Patienten so schnell wie möglich zur Verfügung stellen.

Weltweit Ansätze für Medikamente

Die Entwicklung neuer Medikamente dauert Jahre. Zu lang für den Kampf gegen das Coronavirus, deshalb setzen Experten auf das Umfunktionieren bereits bekannter Mittel.

An der Oxford University werden fünf Medikamente getestet – ursprünglich etwa gegen HIV oder Malaria. In Frankreich setzen Forscher auch auf ein Arthritis-Medikament. Es hätte sich schon früh als vielversprechend bei der Prävention von Entzündungen schwerkranker Covid-19-Patienten erwiesen.

Gleichzeitig nimmt die WHO in einer großangelegten Studie mehrere Wirkstoffe unter die Lupe – darunter Remdesivir. Sichere Aussagen über die Wirksamkeit werden also vermutlich erst in vielen Monaten getroffen werden können.

Impfstoff schon im Herbst?

Derweil läuft die Entwicklung eines Impfstoffs auf Hochtouren. Am weitesten vorgeschritten sind dabei Forscher aus Oxford. Sie führten vielversprechende Tests an Affen durch.

Sechs Tiere wurden mit dem Mittel geimpft und anschließend dem Erreger ausgesetzt. Vier Wochen später waren alle Affen gesund, während ungeimpfte Artgenossen erkrankten.

Seit vergangenem Donnerstag wird die Impfung auch an Menschen getestet. Die Forscher wollen bis Herbst abschließende Ergebnisse vorlegen.

Parallel will das Serum Institut aus Indien den Impfstoff produzieren – auf eigenes Risiko, denn ob der Wirkstoff hält, was er verspricht, ist derzeit offen.