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State of the Union: Europa drängt auf den Sommerurlaub

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State of the Union: Europa drängt auf den Sommerurlaub
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In dieser Ausgabe unseres wöchentlichen Magazins State of the Union befassen wir uns mit den europaweiten Bemühungen, die Grenzen und Urlaubsorte in Europa vor Beginn des Sommers wieder zu öffnen. Ein weiteres Thema ist die Debatte über die Bürgerrechts-Situation in Ungarn.

Schließlich gibt es das folgende Interview mit Patrick Gaspard, dem Präsidenten der Open Society Foundations (OSF), einer der weltgrößten Unterstützer von Bürgerrechten.

Das Gespräch führte Moderator Stefan Grobe.

Euronews: Die Coronavirus-Krise ist für karikative Einrichtungen weltweit eine Herausforderung. Ihre Organisation legte kürzlich einen 130 Millionen Dollar schweren Hilfsfonds auf, der den Schwächsten zugute kommen soll. Was genau machen Sie mit diesem Geld, vor allem in Europa?

Gaspard: Die Krise sollte eigentlich ein Gleichmacher der Gesellschaft sein, stattdessen sehen wir, dass die wirtschaftlich und gesundheitlich Schwächsten gegenüber dem Virus am verwundbarsten sind.

Unser Beitrag in Europa, den USA und in Entwicklungsländern soll also genau diesen Menschen helfen, zumal wir wissen dass viele Regierungshilfpakete diese Menschen übersehen.

Wir organisieren also Direkthilfen, humanitäre Unterstützung für Flüchtlinge und den Schutz von Bürgerrechten.

Euronews: Ihre Organisation will zudem sicherstellen, dass die Krise von Regierungen nicht als Vorwand benutzt wird, um Rechte einzuschränken. Wie tun Sie das, schließlich wurden sie schon von Populisten von Orban bis Bolsonaro kritisiert?

Gaspard: Wir haben überall auf dem Planeten Machtanmaßung von Dikatoren und Möchtgern-Dikatoren gesehen. Ganz besonders sehen wir das in Ungarn, wo Viktor Orban schon gegen unsere Organisation vorgegangen ist. Dort hat er die Macht von Parlament und Justiz beschnitten. Die Europäische Union kämpft dagegen an, und wir arbeiten mit anderen Organisationen und der EU zusammen, um dieses Thema auf der Tagesordnung zu halten.

Euronews: Sie waren Berater von Präsident Obama und sein Botschafter in Südafrika. Die Krisenreaktion der Trump-Administration erscheint, von dieser Seite des Atlantiks aus gesehen, erratisch, um es milde zu formulieren. Was ist los mit Amerika?

Gaspard: Also, wenn es von Europa aus erratisch erscheint, dann können Sie sich vorstellen, was wir erst hier aus erster Hand erleben. Wir haben einen Präsidenten, der aktiv Falschinformation verbreitet. Seine Einlassungen über mögliche Heilmittel sind ohne Sinn und Verstand. Außerdem hat er die Krise vom ersten Tag an verharmlost, und jetzt sucht er nach Sündenböcken.