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Diese Tiere isolieren sich, um gesund zu bleiben: Was wir von ihnen lernen können

Wie der Mensch, müssen auch Affen Abstand halten, damit sich Krankheiten nicht zu schnell verbreiten.
Wie der Mensch, müssen auch Affen Abstand halten, damit sich Krankheiten nicht zu schnell verbreiten.   -   Copyright  Pixabay
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Tiere profitieren vom Abstandhalten ebenso wie Menschen, haben Forscher herausgefunden. Ein Team an der University of Texas in San Antonio (UTSA) hat Affen in freier Wildbahn beobachtet, um herauszufinden, wie sich Krankheiten zwischen ihnen ausbreiten können.

An einer Stichprobe von 45 Schwarz-weißen Stummelaffen in Ghana untersuchten Wissenschaftler, wie sich die Entfernung innerhalb sozialer Gruppen auf die Ausbreitung von Mikroben, also Baktierien, Viren und Pilze, auswirkt. Die Tiere verblieben vorwiegend in acht verschiedenen sozialen Gruppen. Durch die Analyse der Fäkalien fanden die Forscher heraus, dass es große Unterschiede bei den Arten von Mikroben gab, die im Darm der einzelnen Gruppen lebten.

"Die soziale Übertragung von Mikroben unter Affen kann uns helfen, uns darüber zu informieren, wie sich Krankheiten ausbreiten", erklärt Eva Wikberg, Assistenzprofessorin für Anthropologie an der UTSA. "Da gibt es durchaus Parallelen zu unserer gegenwärtigen Situation, in der wir versuchen zu verstehen, wie soziale Distanzierung [...] die Krankheitsübertragung beeinflussen kann".

Wikberg und ihr Team stellten fest, dass Gruppen, die auch nur gelegentlich in engeren Kontakt miteinander kamen, mehr ähnliche Darmmikroben hatten als solche, die nie in Kontakt kamen. Wendet man dies dann auf unseren aktuellen Kontext inmitten der COVID-19-Pandemie an, so zeigt sich, dass selbst eine flüchtige Interaktion ausreichen kann, um die Krankheit zu übertragen.

"Studien an Wildtieren können uns viel darüber lehren, wie wichtig es ist, Maßnahmen wie soziale Distanzierung einzuführen, um während dieser Pandemie eine sicherere Gemeinschaft zu gewährleisten", sagt Wikberg.

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Kranke Larven einfach ausstoßen: So halten sich Bienen gesund und schützen ihr Volk.Unsplash

Nicht nur Affen halten 'social distancing' ein

Der World Wildlife Fund (WWF) hat kürzlich eine Liste von Arten aus aller Welt zusammengestellt, deren Verhalten sie zu Profis der Selbstisolation macht.

Die Liste enthält bedeutende Fleischfresser wie Eisbären, die offenbar den größten Teil ihres Lebens allein verbringen. "Abgesehen von der aktiven Suche nach Paarungspartnern im Spätfrühling und Frühsommer und der Aufzucht ihrer Jungen, neigen erwachsene Eisbären dazu, eher unsozialezu sein", so die Wohltätigkeitsorganisation.

Vielleicht ist es nicht überraschend, dass Blauwale, Schneeleoparden und Jaguare ebenfalls zu den Top-Selbstisolierern des WWF gehören. Noch überraschender ist jedoch, dass auch das einheimische australische Schnabeltier einen hohen Rang einnimmt, wobei die scheinbar "scheue" Art "vollkommen glücklich ein Solo-Leben führt".

Wenn es darum geht, Krankheiten zu vermeiden, scheinen selbst die sozialeren Arten auf Distanz zu gehen, um gesund zu bleiben. Ameisen sind dafür bekannt, dass sie sich selbst isolieren, wenn sie krank sind, indem sie den Kontakt zu gesunden Mitgliedern ihrer Kolonie verringern und ihr Verhalten deutlich ändern, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

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Meister der Selbstisolation - das WWF hat eine Liste erstellt.Canva

Honigbienenvölker können durch bakterielle Krankheiten völlig zerstört werden. Einige Mikroben können sogar eine Verflüssigung der Larven von innen heraus verursachen. Nach Untersuchungen der Entomologin Alison McAfee von der North Carolina State University geben die Larven, wenn sie infiziert werden, Chemikalien ab, die andere Bienen erkennen können.

Wenn sich herausstellt, dass die Larven den bezeichnenden Geruch abgeben, stoßen die Bienen im Bienenvolk den kranken Haufen aus dem Bienenstock aus. Obwohl dies keine Methode ist, die sich für den Menschen anbietet, ist es bemerkenswert, dass die soziale Distanzierung auch in einem Großteil des Tierreichs eine Rolle zu spielen scheint.

Abstand halten um gesund zu bleiben? Das gilt auch im Tierreich.