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Covid-19 in Brasilien: Beerdigen als Fließbandarbeit

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Covid-19 in Brasilien: Beerdigen als Fließbandarbeit
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Brasilien ist ein Corona-Hotspot, ohne Zweifel. Zum ersten Mal hat das Land fast 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Nach offiziellen Angaben sind in dem einwohnerreichsten Land Lateinamerikas (210 Millionen Menschen) bislang rund 19.000 (18 859) Patienten an Covid-19 gestorben. Da werden Beerdigungen zur Fliessbandarbeit – etwa im grössten Friedhof Lateinamerikas “Vila Formosa” in São Paulo.

Flavia Dias ist mit der Tochter eines COVID-19-Opfers befreundet:

“Sie rufen uns in Fünfergruppen auf, um fünf Beerdigungen hintereinander zu machen. Wir können keine Totenwache halten, nichts. Der Leichnam wird direkt vom Krankenhaus hierher transportiert. Wir können den Verstorbenen nicht einmal andere Kleidung anziehen, wir können ihnen kein richtiges Begräbnis geben.”

BRENNPUNKT SAO PAULO

In São Paulo, einer der größten Städte Lateinamerikas, sind bisher mindestens 15.633 Menschen an Covid-19 gestorben - mehr als in China. Immer mehr Krankenhäuser haben keine Intensivbetten mehr frei, Leichen werden zum Teil in Massengräbern beerdigt.

Die Politik kämpft vor allem darum, dass es nicht noch viel mehr werden.

Mayra Pinheiro, verantwortlich für Arbeitsmanagement und Gesundheitserziehung im brasilianischen Gesundheitsministerium:

“Wir sprechen hier über einen Krieg (gegen das Coronavirus), in dem wir um das Recht der Brasilianer auf den Erhalt eines Medikaments kämpfen, das in mehreren klinischen Studien vielversprechend war, obwohl es weltweit noch sehr wenige Studien gibt.”

BOLSONARO FÜR CHLOROQUIN

"Rechte nehmen Chloroquin," befand Präsident Jair Bolsonaro. Tags darauf empfahl seine Regierung eine breite Arwendung von Chloroquin und einem weniger toxischen Derivat, Hydroxychloroquin, um COVID-19 auch in milden Fällen zu behandeln, obwohl Wirksamkeit und Nebenwirkungen des Malaria-Medikaments noch viele Fragen aufwerfen.

su mit dpa