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Stille Demos wären besser: War das ein Superpreader-Event?

Protest gegen Rassismus in Berlin
Protest gegen Rassismus in Berlin   -   Copyright  TOBIAS SCHWARZ/AFP or licensors
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Viele Coronavirus-Experten warnen vor der Verbreitung von SARS-Cov-2 beim Singen und beim Sprechen sowie vor der Verbreitung durch Atemnebel - sogenannten Aerosole - in geschlossenen Räumen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meint allerdings, dass sich das Coronavirus bei Großveranstaltungen wie Demonstrationen nicht nur drinnen, sondern auch draußen massiv verbreiten könnte. Er warnt gar vor einem "Superspreader Ereignis".

Zwar tragen bei den meisten Demonstrationen in Deutschland fast alle TeilnehmerInnen einen Mund-Nase-Schutz, aber nicht die ganze Zeit über. Und viele stehen einfach viel zu dicht zusammen. Die Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen den Personen ist sehr schwierig einzuhalten, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Zudem werden Parolen skandiert.

Bei der Black Lives Matter-Demo in Berlin hatte die Polizei zeitweise versucht, die Zugänge zum Alexanderplatz abzusperren, um einen weiteren Zustrom von Menschen zu verhindern.

Zu den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt am vergangenen Wochenende schreibt Karl Lauterbach auf Twitter: "Ich teile den Anlass des Protests voll und ganz. Aber trotzdem sind die Abstände zu klein. Gefahr der Coronapandemie ist nicht gebannt. Es gab auch einige Superspreader-Ereignisse draussen, in Italien und Spanien. Rassismus muss bekämpft werden, aber ohne vermeidbare Coronatote."

"Für den Kampf gegen das Virus wäre es besser, nur mit Plakaten und Bannern zu demonstrieren." sagt Lauterbach im Berliner Tagesspiegel.

Die Coronavirus-Infektionen waren in Deutschland zuletzt weiter zurückgegangen. Laut Robert Koch-Institut wurden in den vergangenen Tagen (Stand 08. Juni 2020) in 30 Prozent der Landkreise gar keine Neuinfektionen gemeldet.