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Kommt der Wechsel in Polen am 28. Juni?

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TRZASKOWSKI
TRZASKOWSKI   -   Copyright  Czarek Sokolowski/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Die Corona-Krise hat sein Leben verändert, der Bürgermeister von Warschau ist jetzt Präsidentschaftskandidat in Polen. Rafał Trzaskowski wünscht sich ein anderes Land. Der Kandidat der Bürgerplattform sagt: "Wir haben genug davon, polnische Frauen und polnische Männer in unsere und andere zu spalten zu lassen - in Bessere und Schlechtere."

Der 48-Jährige will auch selbst ein anderer Präsident sein: "Sicherlich unabhängig und stark, und wenn ich diese Mobilisierung sehe, hoffe ich auf Erfolg!"

In nur einer Woche bekam Rafał Trzakowski die für die Kandidatur nötigen 100.000 Unterschriften zusammen. Zuvor hatte es lange Diskussionen darüber gegeben, ob die Präsidentschaftswahl wegen der Coronavirus-Pandemie nur als Briefwahl stattfinden sollte.

Czarek Sokolowski/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Die Unterschriften für Rafal TrzaskowskiCzarek Sokolowski/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Andere Oppositionsparteien haben ihre eigenen Bedenken gegen die Wahl.

Der Abgeordnete Jerzy Meysztowicz meint: "Hoffen wir, dass diese Wahl demokratisch wird, dass alle Menschen, die ihre Stimme abgeben wollen, die Möglichkeit haben werden - vor allem diejenigen, die im Ausland leben. Am 10. Mai wurde ihnen das Wahlrecht für ihren Kandidaten entzogen."

Es ist schwer zu sagen, wie das Ergebnis aussehen wird, der amtierende Präsident liegt im Abwärtstrend und die Begeisterung für seinen Gegner Rafał Trzaskowski wird jeden Tag größer.

In den Umfragen liegt Andrzej Duda mit knapp über 40 Prozent vor den Oppositionskandidaten. Doch in den vergangenen Tagen ist sein Vorsprung geschrumpft.

Präsident Duda sagt: "Ich kandidiere, weil ich nicht will, dass man uns 5 Jahre zurückversetzt! Ich will den aufzuhalten, der kommt und unseren Fortschritt stört, der Streitigkeiten verursacht."

Tatsächlich gibt es aber - zumindest in den sozialen Medien - auch Proteste gegen Dudas Kurs gegen die LGBT-Community.

Oppositionskandidat Władysław Kosiniak-Kamysz von der polnischen Bauernpartei beklagt den harten Wahlkampf der zerstrittenen politischen Lager. Er sagt: "Die Frage ist: Wollen wir immer noch diesen Krieg? Diese beiden Lager, die erst Äxte schärfen und dann sagen: Lasst uns zusammen gehen! Und am nächsten Tag: Lasst uns dieses Wolfsrudel töten. Die Frage ist: Wollen die Polen weiterhin so ein Land?"

Der Euronews-Korrespondent in Polen fass zusammen: "Man hat das Gefühl, dass diese Wahl wegen der Coronavirus-Pandemie anders verlaufen wird. Aber das Ergebnis ist wahrscheinlich eine Wiederholung der Geschichte und die Fortsetzung eines 15-jährigen Krieges zwischen den beiden großen politischen Kräften in Polen - Konservativen und Liberalen. Leszek Kabłak, Euronews Krakau".