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Nach Streit enthüllt: Lenin steht in Gelsenkirchen

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Die Lenin-Statue wurde laut MLPD 1957 in der Tschechoslowakei gegossen
Die Lenin-Statue wurde laut MLPD 1957 in der Tschechoslowakei gegossen   -   Copyright  Martin Meissner/ Associated Press
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Ein Hauch von Sozialismus weht durch Gelsenkirchen: Nach monatelangem Rechtsstreit hat die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) vor ihrer Bundeszentrale in der Ruhrstadt am Samstag eine Statue des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin aufstellen können.

Die Stadt hatte sich vergeblich dagegen gewehrt, mit dem Argument, die etwas über zwei Meter große Statue würde das Erscheinungsbild eines denkmalgeschützten ehemaligen Sparkassengebäudes beeinträchtigen, das nebenan liegt. Das Oberverwaltungsgericht Münster lehnte den Baustopp im März endgültig ab.

Zähneknirschend ließ man die MLPD nun gewähren. Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD): "Viele Länder, Städte und Menschen denken über ihre Denkmäler nach und in Gelsenkirchen wird ein Despot, ein Diktator auf den Sockel gestellt. Dass eine Stadt davon nicht begeistert ist und das auch nicht akzeptieren will, das ist offensichtlich."

Ausstellung soll über Kommunismus aufklären

Die Stadt setzt nun auf Aufklärung: In einem Museum gegenüber der Parteizentrale wurde eine Ausstellung über den Kommunismus eröffnet. Zudem gibt es ein Online-Projekt mit dem Namen "Kein Platz für Lenin".

Lenin: Für die einen ein Diktator, für die vom Verfassungsschutz beobachtete MLPD war er ein Vordenker. Gabi Fechner, Parteivorsitzende: "Lenin steht für die Ideale der Arbeiterbewegung. Natürlich müssen die in harten Kämpfen durchgesetzt werden, das ist klar."

An zwei Gegendemonstrationen nahmen mehr als 50 Menschen teil, darunter laut Polizei auch rechte Gruppierungen.