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Coronavirus schon im März 2019 im Abwasser in Barcelona nachgewiesen

Coronavirus schon im März 2019 im Abwasser in Barcelona nachgewiesen
Copyright  Emilio Morenatti/AP2020
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Die Universität von Barcelona (UB) hat SARS-CoV-2 in Abwasserproben nachgewiesen, die am 12. März 2019 in der Stadt gesammelt wurden. Das bedeutet, dass das Coronavirus bereits ein Jahr vor dem offiziellen Auftreten der Pandemie am 11. März 2020 in Spanien vorhanden war.

Das Ergebnis der Untersuchung könnte beweisen, dass das neuartige Virus schon lange zuvor im Umlauf war. Die Universität Barcelona hat jetzt erste Ergebnisse dieser Studie vorgestellt.

Nach der offiziellen chinesischen Version und der der WHO wurden die ersten Fälle von COVID-19 Anfang Dezember 2019 im chinesischen Wuhan gemeldet. Von dort aus verbreitete sich die Pandemie fast in die ganze Welt - auch nach Europa, wo der erste Fall Ende Januar 2020 in Frankreich gemeldet wurde.

Diese spanische Studie könnte die Hypothese einer globalen Ausbreitung von SARS-CoV-2 in nur drei Monaten widerlegen.

"Forscher haben in Abwasserproben aus Barcelona, die am 12. März 2019 gesammelt wurden, das Virus nachgewiesen, das die Krankheit verursacht", hieß es in der Erklärung der Universität.

Schon zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass SARS-CoV-2 schon vor dem offiziellen Auftreten im Umlauf war.

Die Arbeit der Forscher der Universtiät Barcelona Gemma Chavarria-Miró, Eduard Anfruns-Estrada und Susana Guix unter der Leitung von Rosa Maria Pintó und Albert Bosch ist auf der Pre-Print- Website medRxiv veröffentlicht worden. Dort können andere Forscher zwecks Peer-Review die Ergebnisse einsehen.

Die Studie ist Teil eines vom französischen Unternehmen SUEZ finanzierten Projekts, das SARS-CoV-2 im Abwasser untersucht. COVID-19 ist eine Erkrankung, die laut der Forscher der Universität Barcelona viel genetisches Material in den Fäkalien hinterlässt. Daher ist die Analyse des Abwassers ein interessantes Überwachungsinstrument - vor allem solange es schwierig ist, die gesamte Bevölkerung zu testen und wegen der hohen Zahl leichter Fälle, bei denen die Infizierten keine Symptome aufweisen.

Die Forscher untersuchten zunächst gefrorene Proben vom 1. Januar 2020. Diese zeigten, dass die Pandemie schon vor dem ersten offiziellen Fall, am 25. Februar 2020, vorhanden war.

Und dann beschlossen sie, Proben aus den Jahren 2018 und 2019 Tests zu unterziehen. "Alle Proben waren negativ auf das SARS-CoV-2-Genom mit Ausnahme der Probe vom 12. März 2019, in der die SARS-CoV-2-Werte sehr niedrig waren, aber mittels PCR-Test waren sie eindeutig positiv", erklärt Albert Bosch, Professor an der Fakultät für Biologie der UB und Koordinator der Studie.

"Nach Barcelona kommen viele Besucher - Touristen und Geschäftsreisende", erklärt Albert Bosch, "und es ist mehr als wahrscheinlich, dass eine ähnliche Situation in anderen Teilen der Welt stattgefunden hat. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Fälle von COVID-19 ähnliche Symptome wie eine Grippe aufweisen, müssen erstere als undiagnostizierte Grippefälle maskiert worden sein", meint der Wissenschaftler.