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Scheinbeschäftigung der Ehefrau: Ex-Premier Fillon zu 2 Jahren Haft verurteilt

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Ein Gericht in Paris hat den ehemaligen Ministerpräsidenten Francois Fillon (66) und dessen Ehefrau Penelope (64) wegen der Unterschlagung öffentlicher Gelder schuldig gesprochen. Der ehemalige Regierungschef wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt - drei Jahre davon wurden zur Bewährung ausgesetzt. Zudem müssen Fillon und die Mitangeklagten rund eine Million Euro an die "Assemblée Nationale", das französische Parlament, zurückzahlen.

Fillon-Anwalt: Groteske Umstände und skandalöse Bedingungen

Fillon will in Berufung gehen, teilte sein Anwalt Antonin Lévy mit: "Natürlich werden wir gegen diese Entscheidung, die nicht fair ist, Berufung einlegen. Es wird einen neuen Prozess geben. Dieser ist notwendig, weil wir anfangen zu verstehen, was wir seit 2017 vermutet haben, nämlich die grotesken Umstände, unter denen diese Untersuchung ausgelöst wurde, die skandalösen Bedingungen, unter denen diese Untersuchung eingeleitet wurde und durchgeführt wurde."

Die Ehefrau soll jahrelang für Fillon tätig gewesen sein, ohne dass es schriftliche Beweise für diese Arbeit gab. Der Skandal um die Scheinbeschäftigung der Ehefrau war während des Präsidentschaftswahlkampfes 2017 aufgedeckt worden und kostete den konservativen Kandidaten die Bewerbung um das höchste Amt im Staat.

In den Jahren 2012 bis 2013 war Penelope Fillon als parlamentarische Assistentin ihres Mannes entlohnt worden. Laut Urteil des Gerichts handelte es sich dabei um eine Scheinbeschäftigung. Sie soll bis zu 830.000 Euro Gehalt bekommen haben.

"Ich bin zuversichtlich und bleibe gelassen", sagte Fillon nach Bekanntwerden des Verdachts zunächst. "Ich warte auf das Ende der Untersuchung. Aber ich möchte noch hinzufügen, dass soweit ich weiß, es so eine Situation noch nie in der Geschichte der V. Republik gegeben hat", so der Konservative, der auch seine beiden Kinder zeitweise angestellt hatte und eine Art Hexenjagd gegen sich vermutete.

Fillon galt in Frankreich zuvor als eine Art "konservativer Saubermann", durch den Skandal um die Scheinbeschäftigung seiner aus Großbritannien stammenden Ehefrau wurde sein öffentliches Bild stark in Mitleidenschaft gezogen. Zunächst sträubte sich der aussichtsreiche Kandidat, der unter Nicolas Sarkozy Regierungschef war, seine Präsidentschaftsbewerbung aufzugeben.