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Merkel trifft Söder, staatsmännische Inszenierung am Chiemsee

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Merkel trifft Söder, staatsmännische Inszenierung am Chiemsee
Copyright  Peter Kneffel/(c) dpa/Pool
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Unter weiß-blauem Himmel und bei Sonnenschein hat Bayern Ministerpräsident Markus Söder Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Schlosses Herrenchiemsee empfangen - inklusive Boots- und Kutschfahrt.

Es ist das erste Mal, dass ein amtierender Bundeskanzler zu einem bayerischen Kabinett eingeladen worden ist. Vergessen scheint die Zeit des Streits mit Horst Seehofer während der Flüchtlingskrise.

In der aktuellen Diskussion um den milliardenschweren EU-Wiederaufbaufonds in der Corona-Krise hat Merkel Söders volle Unterstützung, sagte er auf der Pressekonferenz

Markus Söder: "Vielleicht war eine Ratspräsidentschaft noch nie so wichtig wie jetzt. Wir unterstützen den Weg. Und es ist auch wichtig in dieser neuen Zeit, wo es neuen Herausforderungen gibt, mit neuen Konzepten heranzugehen und nicht mit einer alten Philosophie zu antworten. Wir haben gelernt, dass pandemische Prozessen nichts anderes sind als Globalisierung und dass Globalisierung nur mit einem starken Europa geht."

Söder bringt sich in Position

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich Rolle der CSU gewandelt, sie ist von der Streit suchenden zur Einigkeit betonenden Unterstützerin ihrer Schwesterpartei geworden. Wegen seines engagierten Corona-Krisenmanagements wird Söder als möglicher Merkel-Nachfolger gehandelt. Einer aktuellen Umfrage zufolge würden sich 52 Prozent der Deutschen eine Kanzlerkandidatur Söders wünschen.

Auf die Frage, ob sie sich Söder als Nachfolger vorstellen könne, antwortete Merkel mit einem vielsagenden Grinsen: "Sie wissen, dass ich als Bundeskanzlerin nicht mehr zur nächsten Wahl antrete. Mit dieser Aussage verbunden ist, dass ich mir mit der Frage "Wer wird mein Nachfolger?" eine besondere Zurückhaltung auferlege. Deshalb werde ich dazu in keiner Weise und in keinem Umfeld etwas kommentieren. Ich kann nur sagen: Bayern hat einen guten Ministerpräsidenten und der hat mich heute eingeladen. Mehr können Sie da von mir nicht hören."

Auch wenn Söder immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern - an Gespür für eine staatsmännische Inszenierung mangelt es ihm jedenfalls nicht.