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Hat uns der Neandertaler ein hohes Covid-19-Risiko eingebrockt?

Neandertaler, Archivbild
Neandertaler, Archivbild   -   Copyright  PIERRE ANDRIEU/AFP
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Ein von Neandertalern vererbter Erbgutabschnitt könnte das Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung erhöhen. Zu dem Schluss kommen zwei Forscher des Max-Planck-Instituts in Leipzig. Ihre These veröffentlichten Hugo Zeberg und Svante Pääbo auf einem Preprint-Server, die Publikation muss allerdings noch von Fachkollegen überpüft werden.

Acht von 100 Europäern betroffen

Den Wissenschaftlern zufolge sind einige Bevölkerungsgruppen besonders von einem schweren Covid-Verlauf betroffen - solche, die das Erbgut von Neandertalern tragen.

Dabei handelt es sich um einen Teil des Chromosoms 3 des menschlichen Genoms, welcher sechs Gene kodiert und immer als gesamter Abschnitt vererbt wird. Eine Erbinformation, die laut den Wissenschaftlern vor 40.000 bis 60.000 Jahren in die DNA des modernen Menschen Einzug gehalten haben könnte.

Die Vermischung von Homo Sapiens und Neandertalern hat bis heute Auswirkungen. Demnach tragen Menschen mit Wurzeln außerhalb Afrikas noch immer zwischen einem und drei Prozent Neandertaler-DNA in sich. In Europa haben diese genetischen Merkmale nur acht Prozent der Bevölkerung.

Alles reiner Zufall?

In Südostasien sind es 30 Prozent, in Bangladesch sogar 60 Prozent. Da die Zahl der Toten dort jedoch nicht wesentlich höher ist als anderswo auf der Welt, bestehen Zweifel an der Veröffentlichung.

Dass es sich bei dem Zusammenhang zwischen dem Abschnitt auf Chromosom 3 und einem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung um einen Zufallsbefund handeln könnte, schließt der Wissenschaftler David Curtis vom University College in London daher nicht aus.