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"Außer Kontrolle": Die Corona-Lage in Brasilien und den USA

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"Außer Kontrolle": Die Corona-Lage in Brasilien und den USA
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Im Süden und Westen der USA ist die Corona-Lage laut Virologen weitgehend "außer Kontrolle". Täglich werden um die 70.000 Neuinfektionen gemeldet. Doch Präsident Donald Trump drängt weiter auf Lockerungen und spielt die Zahlen herunter.

Trump: "Junge Leute mit Schnupfen"

Das seien nur „Glutherde“, die sich rasch löschen ließen, sagte er gegenüber „Fox News“. Zudem seien meist „junge Leute“ betroffen, die nur einen „Schnupfen“ hätten. „99,7 Prozent“ aller Patienten seien schnell wieder gesund.

Gesundheitsexperten warnen jedoch, dass es auch bei jüngeren Menschen nach einer Corona-Ansteckung ernsthafte Krankheitsverläufe und sogar Todesfälle geben könne. Die Medien übertrieben das Problem, sagte Trump.

Gesundheitsexperten wie der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci seien zudem ein "bisschen alarmistisch", sagte Trump in dem Interview weiter. Die Demokraten wiederum werfen Trump Untätigkeit und Versagen vor. Und selbst innerhalb der eigenen Reihen steht Trump mit seinem laxen Corona-Kurs zunehmend allein da.

Pro-Bolsonaro-Demo in Brasilia

Auch in Brasilien, das nach den USA am härtesten von der Pandemie betroffen ist, wird die Kritik am lockerungsfreudigen Präsidenten Jair Bolsonaro lauter. Seine Anhänger versuchten jetzt ein Gegenstatement zu setzen – und bekundeten ihm im Regierungsviertel in Brasilia zu Hunderten ihre Solidarität.

"Es ist ein sehr schwieriger Moment", sagte eine Frau in der Menge. "Wir verlassen eine lange Phase, in der die Linken an der Macht waren, aber mit Bolsonaro habe ich das Gefühl, dass Brasilien sich bewegt, ein besseres Land wird. Ich glaube an unseren Präsidenten, weil er eine sehr ehrliche Person ist, die wirklich nur Gutes für unser Land will.“

Bolsonaro hat sich selbst mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich seit zwei Wochen in Quarantäne. Er betont, es gehe ihm gut.

Knapp 80.000 Tote

In Brasilien mit seinen 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus weiter rasant aus. Das größte Land Lateinamerikas durchbrach zuletzt die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen. Knapp 80.000 Menschen sind bereits an den Folgen einer Ansteckung gestorben.

Täglich melden die Behörden rund 1000 Todesfälle. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben könnten wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Inzwischen sind Gesundheitsversorgung und Bestattungswesen auch in Städten im Landesinneren an ihre Grenzen geraten.