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Nach Covid-19: Plácido Domingo will um seinen guten Ruf kämpfen

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Nach Covid-19: Plácido Domingo will um seinen guten Ruf kämpfen
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Opernstar Plácido Domingo ist im Rahmen des Österreichischen Musiktheaterpreises mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt worden. Wegen der Coronakrise fand die Preisgala unter freiem Himmel auf dem Salzburger Flughafen statt.

Für den Sänger war es der erste öffentliche Auftritt nach überstandener Covid-19-Infektion. Zuvor hatte er in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Repubblica" angekündigt, er werde deutlicher als bisher gegen Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens vorgehen und um seinen guten Ruf kämpfen.

Domingo zeigte gerührt über die Ehrung in Salzburg. Er sei dankbar, dabei zu sein und "die ersten Strahlen des Glücks und der Hoffnung" zu sehen, nachdem er Covid-19 überlebt habe. Im März hatte er auf Facebook selbst von seiner Corona-Infektion berichtet.

"Unangemessenes Verhalten"

Im Zuge der MeToo-Bewegung hatten Frauen Domingo Übergriffe vorgeworfen. Eine von der Oper in Los Angeles beauftragte Untersuchung kam im März zu dem Ergebnis, dass bestimmte Vorwürfe glaubwürdig seien. In zehn Fällen sei Domingo vorgeworfen worden, "unangemessenes Verhalten" an den Tag gelegt zu haben, hieß es in dem Bericht.

Auch eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) hatte Vorwürfe von Sängerinnen bestätigt gesehen. Domingo war im Oktober 2019 als Chef der Oper in Los Angeles zurückgetreten.

"Ich habe mich verändert, ich habe keine Angst mehr"

Domingo sagte im Gespräch mit "La Repubblica", er have sich verändert und keine Angst mehr. "Als ich von meiner Covid-Erkrankung erfuhr, habe ich mir versprochen, dass ich, wenn ich lebend herauskommen würde, kämpfen werde, um meinen Namen reinzuwaschen - ich habe nie jemanden missbraucht, ich werde es wiederholen, solange ich lebe."

Domingo warf den Medien vor, sie hätten Äußerungen von ihm falsch gedeutet. Er habe lange geschwiegen, um zwei gegen ihn laufende Untersuchungen "mit Respekt" zu begleiten.

Eine Erklärung von ihm, mit der er ein "Missverständnis" aufklären wollte, sei zu spät gekommen, und "meine Worte fielen ins Leere".

"Wenn ich zurückblicke, sehe ich bei mir kein Fehlverhalten, das offene Wunden hinterlassen haben könnte", sagte er jetzt.