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"Wendepunkt erreicht" - Bulgaren protestieren weiter

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"Wendepunkt erreicht" - Bulgaren protestieren weiter
Copyright  Valentina Petrova/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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In Bulgarien sind am Donnerstag wieder Tausende in der Hauptstadt Sofia auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Boyko Borissov und Generalstaatsanwalt Ivan Geshev zu fordern – wie nahezu jeden Tag seit zwei Monaten.

Protestler, Staatschef Rumen Radew und die oppositionellen Sozialisten fordern den Rücktritt des seit 2017 regierenden bürgerlich-nationalistischen Koalitionskabinetts. Sie werfen der Regierung vor, korrupt zu sein und zugunsten von Oligarchen zu handeln.

Borissow hat einen Rücktritt abgelehnt – und zuletzt den Spieß umgedreht. «Die Mafia will jetzt die Regierung stürzen (...). Dies veranlasst mich zu denken, dass kein Rücktritt eingereicht werden darf», sagte er am Mittwoch. «Glücksspielbranche, Schmuggler - sie alle sind jetzt gegen uns auf der Straße», sagte er in Anspielung auf einen in Sofia unter anderem wegen Mordes und Leitung einer kriminellen Gruppe angeklagten Glücksspielboss, der sich in Dubai aufhält. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Proteste zu lenken und zu finanzieren.

Ilian Pelev, Demonstrant:

"Im Moment ist unsere Demokratie fürchterlich bedroht und wir haben einen Wendepunkt erreicht, an dem wir uns entscheiden müssen, eine starke, nicht einzulullende Zivilgesellschaft zu sein, uns gegen eine korrupte Regierung zu wehren und unsere Bürgerrechte zu verteidigen."

FESTNAHMEN

Die Polizei gab an, sechs Personen festgenommen zu haben, nachdem sie Metallrohre, Taschen voller Steine und Flaschen, Schlagstöcke, zwei Messer, eine Kampfschleuder und einen Fünf-Liter-Behälter mit nicht identifizierter ätzender Flüssigkeit gefunden hatte.

su mit dpa