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"Zutiefst beschämt": Merkel spricht zum 70. Jahrestag des Zentralrats der Juden

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Hanukka Menora vor dem Brandenburger Tor, Berlin, Dezember 2019
Hanukka Menora vor dem Brandenburger Tor, Berlin, Dezember 2019   -   Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
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Bei einer Feierstunde anlässlich des 70. Geburtstags des Zentralrats der Juden in Deutschland hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gegen Rassismus und Antisemitismus ausgesprochen. In ihrer Festansprache würdigte sie den Zentralrat der Juden zudem als fest verankerte Institution und bedeutende Stimme in Deutschland.

Die Kanzlerin äußerte sich besorgt darüber, dass sich Juden in Deutschland bedroht fühlten. Zwar habe es immer Rassismus und Antisemitismus gegeben, doch deren Sichtbarkeit und die enthemmte Art und Weise, wie diese zu Tage trete, beschäme sie zutiefst.

Gerade im Internet, etwa in Verschwörungstheorien zum Corona-Virus würden jüdische Menschen zur Zielscheibe von Drohungen und Beleidigungen. Sie rief dazu auf, zu Hetze und Hass, auch im Internet, nicht die Augen zu verschließen und zu schweigen.

Mit dem Hinblick auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 sagte Merkel, dass Worte schnell zu Taten werden können - der Attentäter hatte auf offener Straße zwei Menschen erschossen, nachdem sein Versuch, am höchsten jüdischen Feiertag in die Hallenser Synagoge einzudringen, gescheitert war.

"Der Antisemitismus ist ein Angriff auf Menschen", sagte Merkel. Der Angriff richte sich gegen die Würde des einzelnen Menschen. Dies müsse entschieden bekämpft werden, notfalls mit den Mitteln des Rechtsstaats und des Strafrechts.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland war am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet worden. Als Dachorganisation vertritt er die politischen und gesellschaftlichen Interessen von 23 Landesverbänden und 105 jüdischen Gemeinden mit rund 100 000 Mitgliedern.