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"Dark Tourism" in Albanien: Die Bunker des Diktators

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"Dark Tourism" in Albanien: Die Bunker des Diktators
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Ein weitverzweigtes Tunnelsystem unter der Weltkulturerbe-Stadt Gjirokastra erzählt von den dunklen Jahren Albaniens, von Größenwahn und Paranoia des sozialistischen Langzeittyrannen Enver Hoxha.

Aus Angst vor Invasoren ließ er Zehntausende Schutzbunker erbauen. Heut sind sie eine Touristenattraktion. "The Cold War Tunnel" heißt der größte von allen, der unterirdische Kommandobunker des Diktators.

Ein französischer Besucher ist sichtlich überwältigt. Beim Besuch des Bunkers käme er nicht umhin, an die aktuelle Coronapandemie zu denken, den Verlust der Freiheit, der Möglichkeit, sich zu treffen, zu berühren oder miteinander zu sprechen.

Stimmung wie im Kalten Krieg

Der Anfang der 1970er-Jahre unter größter Geheimhaltung errichtete Bunker Gjirokastra befindet nahezu in Originalzustand. Vernehmungszellen inklusive. Er sollte im Falle eines nuklearen Angriffs viele verschiedene Funktionen erfüllen. Es gab Räume für Regierungsministerien und Parteieliten, Stromerzeugung und Wasserspeicher. Ein Großteil des Originalmobiliars wurde nach 1990 entwendet, aber es sind immer noch einige Stücke vorhanden.

Das Besondere an diesem Bunker sei, dass er unter der alten der Stadtfestung gebaut wurde, erklärt ein Reiseführer.

Von einem Bunker zum nächsten

Gjirokastra ist eine der ältesten Städte des Landes und ein wichtiges kulturelles Zentrum. Dennoch zieht es viele Reisende im Albanien-Urlaub an die Orte des Schreckens. Von einem ehemaligen Bunker zum nächsten. Dark Tourism heißt der Trend auf den Spuren der Vergangenheit.

Dabei sind noch längst nicht alle "Schätze" erfasst. Eine ganz besondere Attraktion hätte der Ort Labinot-Mal im Zentrum des Landes zu bieten: die letzte noch intakte Statue des ehemaligen Diktators. Hoxha-Anhänger hatten sie nach dem Ende des Regimes vor der Wut des Volkes versteckt.