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US-Wahlkampf: Trump nur noch als Pappkamerad dabei

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Anhänger der Republikaner
Anhänger der Republikaner   -   Copyright  euronews/Andy Roesgen
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Wie ändert Donald Trumps Ansteckung mit dem Coronavirus den US-Präsidentschaftswahlkampf? Fest steht: Es müssen neue Mittel und Wege her, um die Menschen zu überzeugen.

„Ich mache mir keine Sorgen. Trump wird wegen dieser Lage keinen einzigen Unterstützer verlieren“, sagt ein Mitglied der Republikanischen Partei im Bundesstaat Wisconsin.

Wisconsin: Wahlkampfkundgebungen ohne den Präsidenten

Dort wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Amtsinhaber und seinem Widersacher von der Demokratischen Partei, Joe Biden, vorhergesagt. Einer von Bidens Wahlkampfhelfern in Wisconsin meint: „Im Augenblick glaube ich nicht, dass das einen großen Einfluss auf das Rennen hat.“

Die beiden vorgesehenen Auftritte Trumps in Wisconsin am vergangenen Wochenende mussten abgesagt werden, also versammelten sich einige Anhänger des Präsidenten ohne ihn. „Ich glaube, die meisten Demokraten würden mir zustimmen, dass es leicht verrückt ist, solche Veranstaltungen abzuhalten“, findet ein Wahlkampfhelfer der Demokraten.

Zankapfel Mund- und Nasenschutz

Längst nicht nur, aber auch die Frage, ob man in der Öffentlichkeit einen Mund- und Nasenschutz tragen sollte, unterscheidet viele Demokraten und Republikaner. Trump war nur selten mit Maske zu sehen, Biden fast immer. Auch in Wisconsin wird darüber gestritten: „Du wirst die Maske also bis zu Deinem Lebensende tragen? Schaut Euch den Kerl an. Er kann nicht mal seine Maske aufbehalten. Du bist ein Kasper!", ruft ein Trump-Anhänger einem Biden-Unterstützer zu.

Thom Serafin ist Fachmann für das Verhältnis von Politik und Medien. Er meint, viele Republikaner wollten das Thema Mund- und Nasenschutz totschweigen. „Es ist schlecht für die Republikaner. Aber das wird ein wichtiger Bestandteil des Wahlkampfs. Sie müssen eine Maske tragen und all das anwenden, was sie im Krankenhaus gelernt haben“, so Serafin.

Briefwahl: Wie lange darf ausgezählt werden?

Wegen der Angst vor einer Ansteckung setzen viele Stimmberechtigte in den USA auf Briefwahl - das ist ebenso wie das Tragen einer Maske ein Zankapfel:

„Die Gerichte beschäftigten sich mit der Frage, wie lange nach der Wahl Briefwahlstimmen ausgezählt werden sollen. In Wisconsin sind es derzeit sechs Tage“, so euronews-Reporter Andy Roesgen in Wisconsin. In den Vereinigten Staaten bestehen auch große Zweifel, dass die Post der verstärkten Nutzung von Briefwahl gewachsen ist. Aufgrund der Auszählung auch nach dem eigentlichen Wahltag könnte sich das Ergebnis in den folgenden Tagen noch verschieben.

In einem dürften sich Demokraten und Republikaner aber einig sein: Jede Stimme zählt!