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Von gefälschten Vermeers bis zu Fake News: Ausstellung in Brüssel

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Von gefälschten Vermeers bis zu Fake News: Ausstellung in Brüssel
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Was in einer Epoche gefälscht wird, zeigt was zu dieser Zeit am wichtigsten ist: Im römischen Reich wurde das Gesicht des Kaisers Geta entfernt, so dass nur der Ruhm seines größeren Bruders und Mörders Caracalla blieb.

Im 19. Jahrhundert fälschten europäische Museen Skelette japanischer Meerjungfrauen, sogenannter Ningyo, aus Tier- und Menschengedärmen und Pappmaché als angeblichen wissenschaftlichen Beweis für deren Existenz.

Während des Zweiten Weltkriegs retteten gefälschte Pässe vielen Jüdinnen und Juden das Leben.

Das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel zeigt diese und andere Fälschungen derzeit in der Sonderausstellung "Fake for Real". "Eines der Anliegen unserer Ausstellung ist es, einen kritischen Geist zu wecken, den man braucht, um Fälschungen und Imitationen zu verstehen", so Ko-Kuratorin Simina Badica. "Wir haben Beispiele gefälschter Dokumente aus dem Zweiten Weltkrieg, die Leben retteten. In diesem Zusammenhang waren FälscherInnen HeldInnen."

Fake News: Aus der Geschichte lernen

Der berühmt gewordene niederländische Kunstfälscher Han van Meegeren verdiente Millionen mit seinen falschen Vermeers. Heute kaufen Millionen Menschen gefälschte Markenprodukte, um reich auszusehen.

Aber zur Geschichte der Fälschungen gehören auch gefährliche Täuschungen wie Fake News. Ein interaktives Spiel auf der Ausstellung zeigt, wie sie im Internet verbreitet werden. Mit dem Blick auf die Vergangenheit sollen Falschinformationen besser bekämpft werden, erklärt Badica. "Manchmal gibt es viel Angst vor dem zeitgenössischen Phänomen, manchmal haben wir wirklich Angst, dass wir die Ersten sind, die in der Geschichte mit so etwas konfrontiert werden, aber das stimmt nicht. Wir wollen unseren BesucherInnen zeigen, dass wir dem Fake nicht ausgeliefert sind, dass wir immer unseren Verstand einsetzen und Informationen selbst überprüfen können."´

Noch bis zum 31. Oktober sind die Fälschungen aus 2000 Jahren europäischer Geschichte in Brüssel zu sehen.