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Pinochet-Ära endgültig beendet: Chile ersetzt Verfassung der Militärdiktatur

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Pinochet-Ära endgültig beendet: Chile ersetzt Verfassung der Militärdiktatur
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Chile soll eine neue Verfassung bekommen. Das haben sich rund 78 Prozent der Wähler per Referendum gewünscht - Auszählungsstand knapp 94 Prozent der Wahllokale. 14,8 Millionen Bürger des südamerikanischen Landes sollten entscheiden, ob die aktuell gültige Verfassung von 1980 - aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990) - ersetzt werden soll.

In Santiago de Chile feierten die Menschen auf der Straße.

Ein paar Stimmen:

"Geschafft. Ich kann es immer noch nicht glauben."

"Man fühlt einen Sieg, Stabilität, Gerechtigkeit nach Jahren des Wartens. Jetzt kommt der nächste Schritt, wie man das durchzieht. Aber ich weiß, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Also ich bin glücklich."

"Die Wahrheit ist, dass alle Chilenen viele hohe Ziele haben, wir erwarten viel von diesem Wandel, aber vor allem ist die Würde die Hauptsache. Wir haben die Würde wieder, die uns so sehr gefehlt hat."

SOZIALSTAAT, ARBEIT, GESUNDHEIT, BILDUNG, TRINKWASSER, INDIGENE

An der aktuellen Verfassung wurden immer wieder kritisiert: ihr autoritärer Ursprung, die starke Bündelung von Machtbefugnissen bei der Zentralregierung und die eingeschränkten Einflussmöglichkeiten der Bürger. Die Befürworter einer neuen Verfassung wollen nun die soziale Rolle des Staates stärken, Grundrechte auf Arbeit, Gesundheitsversorgung, Bildung und Trinkwasser aufnehmen und die Anerkennung der indigenen Völker festschreiben.

Das Referendum war ursprünglich für April geplant und wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben worden.

su mit dpa