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Trumps Stabschef: "Wir bringen Corona nicht unter Kontrolle"

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Medizinische Schutzausrüstung für den Umgang mit viralen Infektionen, 19.03.2020
Medizinische Schutzausrüstung für den Umgang mit viralen Infektionen, 19.03.2020   -   Copyright  Andrew Harnik/AP
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Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, hat eingeräumt, dass die USA die Corona-Pandemie "nicht unter Kontrolle bringen werde".

Ihr sei nur durch "Milderungsmaßnahmen" wie Impfstoffe und Medikamente beizukommen, so der Berater des US-Präsidenten. Eine Aussage, die der Präsident angesichts steigender Corona-Infektionszahlen - nur neun Tage vor der US-Präsidentenwahl - wohl nicht gern hören dürfte.

Corona: "Ansteckend wie die Grippe"

In einem Interview gegenüber dem Fernsehsender CNN erklärte Meadows, dass die Kontrolle des neuen Coronavirus kein realistisches Ziel sei, da das Virus "ansteckend wie die Grippe" sei.

Trotz der jüngsten Corona-Infektionen im Umfeld des US-Präsidenten missachtet die Regierung weiterhin den Rat von Gesundheitsexperten, konsequent Masken zu tragen, Abstand zu halten und große Versammlungen zu vermeiden, um die Ausbreitung des Virus' einzudämmen.

Im Weißen Haus rollt womöglich schon bald eine zweite Corona-Welle an, nachdem mindestens fünf fünf Personen im Umfeld des Vize-Präsidenten Mike Pence in den letzten Tagen positiv getestet wurden, so CNN.

Einer davon ist Marc Short, Stabschef von Pence, mit dem er in engem Austausch steht. Medienberichten zufolge sollen auch der Berater des Vize-Präsidenten, Marty Obst und zwei weitere Mitarbeiter positiv getestet worden sein. Pence setzt seinen Wahlkampf unterdessen fort. Er selbst und seine Frau seien am Sonntag negativ auf das Virus getestet worden, lässt sein Sekretariat mitteilen.

Joe Biden: "Weiße Fahne der Niederlage"

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden erklärte nach Meadows Kommentaren, dass das Weiße Haus "die weiße Fahne der Niederlage" schwenke. Meadows' Aussagen zeigten, dass die Trump-Regierung "ihre grundlegende Pflicht aufgegeben habe, das amerikanische Volk zu schützen."

Biden wird den Wahlkampf in seiem Heimat-Bundesstaat Delaware weiterführen. An diesem Dienstag wird er in Georgia erwartet.

In einem 60-minütigen Interview mit dem US-Sender CBS erklärte Biden, dass Präsident Trump noch immer eine gute Chance habe, die Wahl zu gewinnen, auch wenn der Amtsinhaber in den Umfragen zurückläge.

Biden warf Trump zudem vor, er versuche, die Wahl in Verruf zu bringen, indem er die Gültigkeit von Briefwahlzetteln anzweifle.

Amerikas Coronavirus-Pandemie ist zu einem wichtigen politischen Schlachtfeld im Vorfeld zur Präsidentschaftswahl am 3. November geworden. Bereits jetzt haben 59 Millionen US-Amerikaner ihre Stimme abgegeben, eine Rekordzahl.

Trump sieht "Corona-Wende" nahen

Vor Anhängern in New Hampshire am Sonntag wiederholte Präsident Trump seine Behauptung, dass die USA bei der Pandemie schon bald eine Wende erreicht hätten. Die Zahl zeichnen ein anderes Bild: sowohl die Zahl der Infektionen als auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen haben inzwischen Rekordhöhe erreicht.

"Wir kommen wieder auf die Beine, wir sind über den Berg. Wir haben die Impfstoffe, wir haben alles. Auch ohne die Impfstoffe haben wir die Wende geschafft", sagte der Präsident vor der jubelnden Menge, von denen viele keinen Mund-Nasen-Schutz trugen und nicht auf ausreichenden Abstand achteten.

Bislang hat auch in den USA noch kein Impfstoff die klinischen Studien der Phase III abgeschlossen.

Mehr als 225.000 Corona-Tote in den USA

Seit dem Ausbruch der Pandemie sind in den USa rund 225.000 US-Amerikaner gestorben. Das ist die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit.

Der John-Hopkins-Universität zufolge hatte die Zahl der Corona-Infizierten in den USA am Samstag (24.10.2020) einen neuen Rekord erreicht. Insgesamt wurden 83.718 neue Fälle gemeldet.