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Covid-Krise in Sibirien: Wenn Ambulanzen durch Omsk irren

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In der zehntgrößten russischen Stadt Rostow am Don wird eine Patientin in eine Klinik eingeliefert
In der zehntgrößten russischen Stadt Rostow am Don wird eine Patientin in eine Klinik eingeliefert   -   Copyright  AP/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Es wird zusehends einsamer um Covid-19-Patienten in Russland. Die überlasteten Kliniken können nicht mehr überall Erkrankte behandeln.

Selbst dann nicht, wenn sie unter schwersten Störungen der Atemwege leiden. Mittlerweile ist die Schallmauer von anderthalb Millionen Coronavirus-Infizierten durchbrochen.

Natalya Dvornikova ist die Direktorin der staatlichen Klinik in Engels: "Die Patienten kommen schon in sehr schlechtem Zustand zu uns. Mit niedrigem Sauerstoffgehalt des Blutes und Lungenschäden."

Olga Mololkina ist die Stellvertreterin von Olga Dvornikova. Sie ergänzte: "Die Ärzte sind erschöpft, weil sie Tag und Nacht arbeiten. Die Menschen müssen einfach die Distanz einhalten und Masken tragen."

Im sibirischen Omsk irrten Ambulanzen mit Covid-19-Patienten durch das Stadtgebiet und fanden keine Anlaufstation. Zwölf Stunden lang mussten Erkrankte warten, bevor sie im örtlichen Gesundheitsministerium aufgenommen wurden.

Kreml contra Lockdown

In die südwestsibirische 300.000-Einwohner-Stadt Kurgan wurden Spezialisten des russischen Verteidigungsministeriums geflogen, um dort auszuhelfen.

Präsident Wladimir Putin versprach nach einer Videokonferenz finanzielle Unterstützung in Höhe von umgerechnet über 100 Millionen Euro als Soforthilfe: "Zur Unterstützung der Regionen sind 10 Milliarden Rubel bewilligt. Diese müssen zugeteilt werden, und das muss sofort geschehen."

Innerhalb von 24 Stunden gab es zuletzt über 17.700 Neuinfektionen. Seit vergangenem Sonntag wurden täglich mindestens 15.000 Ansteckungen bekannt. Schließungen von Geschäften oder gar ein zweiter Lockdown kommen für den Kreml nicht in Betracht.