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Johnson rüstet auf: Briten wollen wieder Weltmacht sein

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Archivaufnahme: Johnson mit Armeeangehörigen
Archivaufnahme: Johnson mit Armeeangehörigen   -   Copyright  Ben Stansall/AP
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Die britische Regierung hat eine erhebliche Aufstockung des Verteidigungshaushalts angekündigt. In den kommenden vier Jahren soll das Militär mit umgerechnet 18,5 Milliarden Euro zusätzlich ausgestattet werden. Premierminister Boris Johnson will an vergangene Zeiten anknüpfen.

„Großbritannien hat in der Geschichte oft den Ausschlag gegeben und viel Gutes für die Welt getan. Jetzt haben wir die Möglichkeit, diese Tradition fortzusetzen, um die Ära des Truppenrückgangs zu beenden, unsere Streitkräfte zu erneuern, unseren weltweiten Einfluss auszubauen, die Einigkeit in unserem Land zu erhöhen, unsere Bevölkerung zu schützen und unsere freie Gesellschaft zu verteidigen, an die wir fest glauben“, betonte Johnson.

Neue Ausrüstung, Tausende zusätzliche Stellen

Er sagte, sein Land werde mehr Geld für das Militär ausgeben als jedes andere NATO-Mitglied mit Ausnahme der Vereinigten Staaten. Die Ausrüstung der britischen Streitkräfte soll generalüberholt werden, zudem sollen die Bereiche künstliche Intelligenz, Cyberabwehr und Weltraum deutlich erweitert werden. Johnson kündigte die Schaffung von Tausenden von Arbeitsplätzen an.

Die Militärexpertin Elisabeth Braw erläutert: „Wir brauchen Streitkräfte, die Täter und den dahinterstehenden Staat schnell erkennen und dann auch zurückschlagen. In der Hinsicht haben die USA gute Fähigkeiten entwickelt. Großbritannien will da genauso gut oder zumindest fast so gut wie die Amerikaner sein.“

Selbst Johnsons Widersacher von Labour unterstützen die Ausgaben und halten sie für überfällig
Tadhg Enright
euronews-Korrespondent

euronews-Korrespondent Tadhg Enright kommentiert: „Selbst Johnsons Widersacher von Labour unterstützen die Ausgaben und halten sie für überfällig. Johnsons Unterstützer meinen, dies verpasse der Beziehung zu den USA einen Schub. Es wurde viel darüber gesprochen, ob Johnson eine gute Beziehung zum designierten US-Präsidenten Biden aufbauen kann, nachdem er sich bei dessen Vorgänger eingeschmeichelt hat. Diese Ausgaben, die auch die Fähigkeiten der NATO erhöhen, dürfen da hilfreich sein."

„Musterschüler Großbritannien"

„Die Amerikaner haben sich lange wegen der fehlenden militärischen Stärke Europas Sorgen gemacht. Großbritannien und Frankreich waren da immer führend. Großbritannien wird also der Musterschüler“, so Braw.

Die Verteidigung des Staatsgebietes sei die wichtigste Pflicht der Regierung, betonte Premierminister Johnson, der für seine Ankündigung Lob aus Washington erhielt. Im US-Verteidigungsministerium wird das britische Vorhaben als klares Bekenntnis zur NATO gewertet.