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"Juwel von Bergkarabach": Der schleppende Wiederaufbau von Schuscha

Die zerstörte Kathedrale von Schuscha im Oktober 2020.
Die zerstörte Kathedrale von Schuscha im Oktober 2020. Copyright ARIS MESSINIS/AFP or licensors
Copyright ARIS MESSINIS/AFP or licensors
Von Emin Ibrahimov
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Schuscha oder Schuschi ist sowohl für Aserbaidschan als auch für Armenien heiliger Boden. Die letzten drei Jahrzehnte war die Stadt unter armenischer Kontrolle - bis zu dem kurzen, blutigen Krieg im letzten Jahr.

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Schuscha ist gerade mal fünf Quadratkilometer groß, liegt auf 1600 Metern Höhe und wird oft als Kronjuwel von Karabach bezeichnet. Ein Euronews-Team hat die strategisch wichtige Stadt besucht.

Umkämpfte Stadt

Die Stadt ist sowohl für Aserbaidschan als auch für Armenien heiliger Boden. Den Menschen aus Aserbaidschan ist sie als Schuscha bekannt, den Menschen aus Armenien als Schuschi – ein wichtiges Schlachtfeld im langjährigen Bergkarabach-Konflikt. Das Gebiet war die letzten drei Jahrzehnte unter armenischer Kontrolle, bis zu dem kurzen, blutigen Krieg im letzten Jahr.

Herzstück ist diese alte Kathedrale. Sie wurde während der Kämpfe beschädigt. Armenien spricht von einem absichtlichen Angriff, Aserbaidschan bestreitet das, sagt, die Bombardierung sei ein Versehen gewesen.

Jetzt wird die Kirche von der aserbaidschanischen Regierung wiederaufgebaut. UNESCO-Experte Rizvan Huseynov sagt: "Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. In den letzten hundert Jahren wurde sie immer wieder neu aufgebaut. Während der jüngsten Kämpfe hat sie ganz schön gelitten. Derzeit läuft die Schadensbeurteilung."

Baustellen wohin man blickt

Szenen wie diese kann man hier überall beobachten. Der Wiederaufbau bringt neues Leben in die alte Stadt. Auch am Karabach-Hotel wird gerade gebaut. Es ist eines der Gebäude, die zuerst dran sind. Andere müssen noch etwas warten.

Projektleiter Elchin Bashirli erklärt: "Wir haben im Mai mit den Arbeiten auf dieser Baustelle begonnen und wollen bis September fertig werden. Am Anfang gab es hier nur Herausforderungen: Keine Infrastruktur, kein Wasser und keinen Strom. Aber diese Probleme sind inzwischen gelöst, die Infrastruktur wird immer besser, je weiter wir vorankommen."

Armenier vertrieben, Aserbaidschaner kehren zurück

Schwieriger wird es sein, eine Gemeinschaft in der Stadt aufzubauen. Während der jüngsten Kämpfe musste die armenische Bevölkerung fliehen, ihre Häuser zurücklassen – für sie eine „nationale Tragödie“.

Und einige aserbaidschanische Familien kehren jetzt auf ihren Besitz zurück, den sie teils vor Jahrzehnten verlassen mussten. Die Stadt trägt immer noch die Narben des jüngsten Krieges. Man kann nur hoffen, dass Aserbaidschaner und Armenier lernen werden, in dieser schönen Region friedlich zusammenzuleben.

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