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Sex-Skandal um Fidesz-Politiker Szajer: Ungarn misstrauen Regierung

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Sex-Skandal um Fidesz-Politiker Szajer: Ungarn misstrauen Regierung
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Die ungarische Bevölkerung traut der Darstellung ihrer Regierung zum Skandal um den zurückgetretenen Europa-Abgeordneten Jozsef Szajer kaum. Das ist das Ergebnis einer von euronews beauftragten Umfrage.

Szajer hatte zugegeben, am Freitag in Brüssel auf einer illegalen Party gewesen zu sein. Regierungsnahen ungarischen Medien zufolge handelte es sich um eine einfache Haus-Party, was nur zwei Prozent der Befragten glaubten. Fast 70 Prozent gehen davon aus, dass Szajer Gast einer Sex- und Drogen-Orgie war, wie in belgischen Medien berichtet wurde. Es soll sich um eine Sex-Party für homosexuelle Männer gehandelt haben.

Skandal dürfte ungarischem Ansehen schaden

Das sorgt für besonders viel Aufregung, da der Konservative in der Öffentlichkeit als Gegner der Gleichstellung von Homosexuellen und als Anti-Drogen-Hardliner auftrat. So kritisieren die meisten Befragten auch, dass Szajer offenbar entgegen dieser Werte handelte. Drei Viertel der Befragten finden zudem, dass der Fall von öffentlichem Interesse ist. Außerdem gehen 70 Prozent davon aus, dass der Skandal Ungarns Ansehen in der Welt schaden wird.

Szajer ist Gründungsmitglied der ungarischen Regierungspartei Fidesz und war maßgeblich an der Entstehung der 2012 in Kraft getretenen neuen ungarischen Verfassung beteiligt die Ungarn als christlichen Staat definiert, in dem die Ehe Mann und Frau vorbehalten ist.

Die Party in Brüssel war wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen von der Polizei aufgelöst worden. Auch ein Diplomat aus Estland hat daran teilgenommen. Der Staatsanwaltschaft zufolge werde allen Anwesenden der Verstoß gegen Corona-Auflagen zur Last gelegt und einem gewissen S. J. der Verstoß gegen Drogengesetze. Szajer selbst betonte: "Ich habe keine Drogen genommen." Die Drogen seien nicht seine gewesen. Strafrechtliche Konsequenzen setzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Aufhebung der Immunität voraus. Szajer entschuldigte sich bei seiner Familie, Kollegen und Wählern.