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Hoffnung in Bergkarabach: Drei Konfessionen beten an umstrittenem Kloster

Von Emin Ibrahimov
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Hoffnung in Bergkarabach: Drei Konfessionen beten an umstrittenem Kloster
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Kalbadschar ist eines der Gebiete in Bergkarabach, das nach dem erneuten Kampf um die Region an Aserbaidschan ging und heute von russischen FriedenssoldatInnen überwacht wird. Zum ersten Mal überhaupt haben Vertreter dreier Kirchen hier zusammen gebetet: ein Priester der Albanisch-Apostolischen Kirche, Vertreter der russisch-orthodoxen und der armenisch-apostolischen Kirche - und das obwohl jede der drei Gemeinschaften die Kirche für sich beansprucht. Das Kloster aus dem 17. Jahrhundert wird von den Armeniern Dadiwank genannt, von den Udinen, deren Vorfahren kaukasische Albaner waren, wird es Xudavenk genannt.

"Das Kloster ist das älteste armenische Kloster, das von unseren Vorfahren gebaut wurde und in dem sie gebetet haben.", so Vartanes Abramyan, religiöser Anführer der armenischen Armee. "Sie haben bei jedem Stein, den sie gelegt haben, ein Gebet gesprochen und das Kloster gibt es heute noch."

Heutiges Gebäude ist rund 800 Jahre alt

Das Kloster wurde vermutlich vom Heiligen Dad gegründet, einem Schüler des Apostels Judas Thaddäus, der das Christentum im ersten Jahrhundert nach Christus in Ostarmenien verbreitete. Das heutige Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bis ins 17. Jahrhundert immer mehr erweitert.

"Als Mitglied der udinisch-albanisch-christlichen Gemeinde Aserbaidschans, als Geologe, kann ich bestätigen, dass dies in Wirklichkeit eine kaukasisch-albanische Kirche ist und dass sie nichts mit der armenischen Kirche zu tun hat", so Robert Mobili, von der udinisch-albanischen Gemeinschaft. "Als Mitglied der albanischen Kirche, als Träger des albanischen Kreuzes, kann ich Ihnen versichern, dass diese Kirche kaukasisch-albanisch ist, weil die Bauelemente, die Kreuze, die Symbole und die Architektur untypisch sind für armenische Kirchen."

Der russische Priester vor Ort durfte uns leider kein Interview gegen. Aber er segnete alle Teilnehmenden, dem Konflikt um die Zugehörigkeit des Klosters zum Trotz. Ein Hoffnungsschimmer in einer Region, die zuletzt wieder Schauplatz eines Krieges mit über 4600 Toten war.