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Die Ukraine will einige Tschernobyl-Denkmäler als UNESCO-Welterbe aufnehmen lassen

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Die Ukraine will einige Tschernobyl-Denkmäler als UNESCO-Welterbe aufnehmen lassen
Copyright  Кадр из репортажа AFP
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Tschernobyl als Welterbe

Tschernobyl: Dieser Name steht für den bisher schwersten Atom-Unfall der Geschichte - und bald womöglich auf der Liste als UNESCO-Weltkulturerbe. Die ukrainische Regierung will einen entsprechenden Antrag stellen. Konkret geht es um verschiedene Objekte aus der Sperrzone.

"Viele dieser Denkmäler kann man konservieren, damit sich die Menschheit daran erinnert, was hier geschehen ist", sagte Kulturminister Alexander Tkatschenko am Montag beim ehemaligen Kernkraftwerk, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete. Der Antrag mit der vorläufigen Liste soll bis Ende März 2021 eingereicht werden.

Efrem Lukatsky/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
Wandbild aus einem ehemaligen Supermarkt in der Geisterstadt Prypjat.Efrem Lukatsky/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved

Touristenzahlen steigen

Ein wichtiger Hintergrund für den Schritt ist aber auch die steigende Zahl an Touristen in der Sperrzone. Fremdenführer Maksym Poliwko sagt: "Die Gegend von Tschernobyl ist bereits eine weltberühmte Attraktion. Touristen kommen nur deswegen in die Ukraine. Leider hat dieser Ort keinen offiziellen Status. Daher würde die Aufnahme in die Liste Tschernobyl natürlich nützen."

Vergangenes Jahr waren rund 124.000 Besucher da, die meisten aus dem Ausland. Die Regierung hat sich eine Million Tagesgäste im Jahr zum Ziel gesetzt. Als einer der wichtigsten Antreiber für den jüngsten Anstieg der Zahlen gilt die Fernsehserie "Chernobyl".

Erinnern an Liquidatoren

Am 14. Dezember gedenkt das Land seit 2006 der sogenannten Tschernobyl-Liquidatoren. Diese halfen bei der Beseitigung der Folgen der Explosion des Reaktors vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986.

Bis zum 14. Dezember 1986 wurde der erste Betonsarkophag über der Atomruine errichtet. Seit November 2016 deckt ein zweites Stahldach die Überreste.

Infolge der Katastrophe wurden weite Landstriche radioaktiv verstrahlt. Zehntausende Menschen mussten zwangsumgesiedelt werden. Es gab Tausende Tote und Verletzte.