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Paris: 90.000 Euro Strafe - zu viele Frauen in Führungspositionen

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Von Euronews  mit AFP
69 Prozent der Führungsposten in der Stadtverwaltung von Paris waren 2018 mit Frauen besetzt - Symbolbild -
69 Prozent der Führungsposten in der Stadtverwaltung von Paris waren 2018 mit Frauen besetzt - Symbolbild -   -   Copyright  Pixabay

Normalerweise ist es ja meistens umgekehrt: Weil zu wenige Spitzenposten in der Pariser Stadtverwaltung von Männer besetzt sind, soll die Stadt eine Geldbuße zahlen.

Elf Frauen und nur fünf Männer waren im Jahr 2018 in der Behörde in Führungspositionen tätig - das entspricht einer Frauenquote von 69 Prozent. Für diese Diskriminierung männlicher Arbeitnehmer müsse die Stadt jetzt 90.000 Euro Strafe zahlen.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo von der Sozialistischen Partei hat über die "absurde" Geldstrafe gespottet. "Das Schöne an der Bürokratie ist, dass sie absolut kein Unterscheidungsvermögen kennt und deshalb alles kann", so Hidalgo.

Die Strafe ist absurd, ungerecht, unverantwortlich und gefährlich.
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo

Die Strafe sei offensichtlich absurd und außerdem ungerecht, unverantwortlich und gefährlich. Denn man müsse Frauen mit Entschlossenheit und Konsequenz fördern, der Rückstand sei überall in Frankreich immer noch sehr groß, betonte die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin Hidalgo sagte, sie empfinde insgeheim "Freude" über den Bußgeldbescheid. Auf Twitter kündigte sie an, sie werde den Scheck zusammen mit ihren Stellvertreterinnen und anderen Frauen auf Chefposten persönlich zum Ministerium für den Öffentlichen Dienst bringen.

Das Ministerium für den Öffentlichen Dienst hatte die Strafe verhängt, die auf ein Gesetz zurückgeht, dass große Städte dazu verpflichtete, bei der Vergabe von Führungsposten mindestens 40 Prozent jedes Geschlechts zu berücksichtigen. Im Jahr 2019 wurde das Gesetz allerdings geändert und sieht Straffreiheit vor, wenn es insgesamt keine Ungleichheit bei den Führungsposten gibt. Die Strafe für die Stadt Paris bezieht sich aber auf die Ernennungen im Jahr 2018 und muss daher noch gezahlt werden.

Die zuständige Ministerin der Behörde, die die Strafe verhängte hatte, Amélie de Montchalin, reagierte auf Twitter und pflichtete Hidalgo bei. "Die Sache der Frauen habe etwa Besseres verdient", schrieb sie. "Wir haben diese absurde Regelung bereits 2019 aufgehoben. Ich möchte, dass die von Paris für 2018 gezahlte Strafe zur Finanzierung konkreter Maßnahmen zur Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst verwendet wird."

In Deutschland hatte sich die Große Koalition im November grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt.

Demnach soll es in den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau geben.