Gibraltar: "Hier verzögert sich alles, auch der Brexit"

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Von Juan Carlos De Santos Pascual
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In Gibraltar hat sich seit dem Brexit nur wenig verändert. Wie empfinden das die Menschen vor Ort?

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In Gibraltar hat sich seit dem Brexit nur wenig verändert. Es gibt lediglich ein paar Probleme bei der Einfuhr von Milch- und Fleischprodukten. Für die Geschäftsinhaber:innen fallen mehr administrative Arbeiten an, das schlägt sich auf die Preise nieder.

Ravi R. Chhuhani, Eigentümer eines Souvenirladens in Gibraltar erklärt: "Wir haben nicht wirklich Probleme, nur mehr Papierkram, mehr Wartezeit bei Lieferung, einfach ein wenig mehr Aufwand".

Mehr Papierkram, längere Wartezeiten bei Lieferungen

Für die Angestellten und Bewohner:innen der Gegend hat sich im Alltag bislang wenig geändert:

"Ich habe keine Veränderung bemerkt, mein Leben geht weiter wie sonst auch. Ich gehe jeden Tag Einkaufen, ich gehe jeden Tag zur Arbeit", meint Sue Cook, die aus Gibraltar kommt. Ähnliches berichtet Anais Bautista, eine Angestellte aus Gibraltar: "Bis jetzt haben wir noch keine Veränderung bemerkt".

Das vorläufige Abkommen, das im Dezember verabschiedet wurde, scheint Gibraltar nicht zu schaden, im Gegenteil. Gino Jiménez ist Präsident der Gibraltar Hospitality Association, er sagt:

"Ich weiß, dass es sich international positiv ausgewirkt hat, weil die Nachfrage nach Immobilien in Gibraltar gestiegen ist."

Ziel: "Zaun abbauen"

Die Grundsatzvereinbarung, die voraussichtlich Ende Juni in Kraft tritt, zielt darauf ab, den Zaun, der Spanien von Gibraltar trennt, abzubauen. Der Felsen, Spanien und Frontex würden für die doppelte Grenzkontrolle verantwortlich sein, die am Hafen und am Flughafen stattfinden wird. Außerdem gäbe es eine vierjährige Übergangszeit, in der sich die britische Kolonie an die EU-Zollunion anpassen müsste, um Marktverzerrungen zu vermeiden.

Inzwischen sind einige Monate vergangen und der Grenzzaun ist immer noch da. Die Gibraltar Cross Border Workers Association, die sich für Grenzpendler:innen einsetzt, fordert schnelleres Handeln. Juan José Uceda ist Sprecher der Organisation, er meint:

"Hier verzögert sich alles, auch der Brexit. Uns wird gesagt, wartet bis Juni, dann werden sich Lösungen finden. Und jetzt stellt sich heraus, dass sie nichts tun."

Fehlendes Rahmenabkommen verzögert Brexit in Gibraltar

Die Regierung in Gibraltar wartet darauf, dass die EU die Verhandlungen wieder aufnimmt. Der stellvertretende Premierminister von Gibraltar, Joseph García, weist darauf hin, das Wichtigste sei, dass es ein Rahmenabkommen gebe:

"Sobald dieses Mandat erteilt wird, können die eigentlichen Verhandlungen beginnen. Es kann also sein, dass die ursprünglich vereinbarte Frist, die Ende Juni sein sollte, verlängert werden muss."

Das Ziel des neuen Vertrages ist es, den Wohlstand in der Region zu erhöhen. Ein Gebiet, in dem täglich rund 15.000 Menschen die Grenze überqueren und das Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro aus der Europäischen Union importiert.

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