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Brüssel will Europa zu Macht im Weltraum machen

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Von Gregoire Lory
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Brüssel will Europa zu Macht im Weltraum machen
Copyright  Agence spatiale européenne (ESA), 2016
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Der Start einer neuen Reihe von europäischen Satelliten - nach Galileo und Kopernikus will das für Weltraumpolitik zuständige Mitglied der EU-Kommission ein neues Programm entwickeln. Das erklärte Kommissar Thierry Breton auf der 13. Weltraumkonferenz in Brüssel. Breton will auf diese Weise Konnektivität und Netzwerke im Dienste der Bürger stärken.

Diese Konstellationen befänden sich in einer niedrigen Umlaufbahn, daher würden sie im Wesentlichen für Konnektivität verwendet, die sich in isolierten Gebieten befinde, in denen Glasfaser zu teuer sei, so Stéphane Israël, Vostandschef von Arianespace. Oder in einer Situation, in der nur Satelliten verfügbar seien, das gelte etwa für Flugzeugen oder Schiffe. Morgen könnten es autonome Objekte sein, das Internet der Dinge oder das autonome Auto.

Dieser Vorschlag befindet sich indes noch im Entwurfsstadium. Es geht darum, mehr als 600 Satelliten in eine niedrige Umlaufbahn von bis zu 1000 Kilometern von der Erde zu senden. ie Raumfahrtindustrie hofft, dieses Programm schnell umsetzen zu können, um die ersten Satelliten vor 2027 auf den Markt zu bringen. Dieses Projekt ist nicht nur technologisch und wirtschaftlich bedeutend, sondern auch politisch. Denn es geht um die Sicherung der strategischen Unabhängigkeit der EU.

Dies seien etwa Kommunikationen, die für Sicherheit und Verteidigung verwendet würden, sagt Israël. Wenn Sie sich in einem sogenannten Operationstheater befänden, dann seien dies im Allgemeinen keine Orte, an denen die Kommunikation immer einfach sei. Die Rede sei von Katastrophengebieten oder Konfliktregionen. Und diese Satelliten-Konstellation könnte Dienstleistungen für die sogenannte sichere Kommunikation anbieten. Dies sei ein Beispiel für Souveränität. Ein weiteres Beispiel seien rein europäische Speicherlösungen für den Datenaustausch, die von anderen Ländern unabhängig seien.

Der mehrjährige Finanzrahmen sieht mehr als 13 Milliarden Euro für die Raumfahrtpolitik vor. Dies ist die wichtigste Anstrengung der EU für diesen Sektor. EU-Kommissar Breton forderte die Verantwortlichen nachdrücklich auf, Risiken einzugehen und diese zu antizipieren, um die EU als Weltraummacht zu erhalten.

Europa müsse wissen, dass ein Scheitern nicht das Ende der Geschichte sei, sagt ESA-GeneralsekretärJan Wörner. Ein Scheitern sei nur ein Datenpunkt auf dem Weg in die Zukunft. Wenn man an vorderster Front mitspielen wolle, müsse man in neue Dinge investieren und dabei auch gelegentlich ein Scheitern akzeptieren. Das sei die magische Formel für Erfolg.

Thierry Breton will die Dinge rasch voranbringen und kündigte einen entsprechenden Vorschlag an - noch in diesem Jahr.

Journalist • Stefan Grobe