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Es begann in Bordeaux: Ein Jahr Covid-19 in Europa

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Medizinische Mitarbeiterin in Frankreich
Medizinische Mitarbeiterin in Frankreich   -   Copyright  PHILIPPE LOPEZ/AFP or licensors
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Im Universitätskrankenhaus im französischen Bordeaux wurde vor genau einem Jahr die erste Ansteckung mit dem Coronavirus in Europa nachgewiesen. Es handelte sich um einen Mann Ende 40, der berufliche und familiäre Verbindung ins chinesische Wuhan hatte.

Die Behandlung der ersten Patienten war in jeder Hinsicht extrem
Denis Malvy
Leiter der Abteilung für Tropenkrankheiten am Universitätskrankenhaus Bordeaux

Denis Malvy, Leiter der Abteilung für Tropenkrankheiten am Universitätskrankenhaus Bordeaux, erinnert sich: „Die Behandlung der ersten Patienten war in jeder Hinsicht extrem. Es mussten sogar Wachen vor ihren Zimmern aufgestellt werden, weil da viele Menschen herumstrichen. Ich habe jemanden gefragt: 'Ich kenne Sie nicht, sind Sie Mediziner?' 'Ja, ja, ich bin Mediziner', war die Antwort. Und danach war der Mann verschwunden.“

Es habe immer wieder Stimmen gegeben, die vor der weltweiten Verbreitung einer Krankheit warnten, sagt der Mediziner, aber der Mensch neige nun einmal dazu, so etwas beiseitezuschieben. In der anhaltenden Pandemie sei mittlerweile Licht am Ende des Tunnels aufgetaucht, sagt er.

Malvy: Warnung vor möglicher dritter Welle

„Ich meine, wir müssen Fortschritte beim Testen, Nachverfolgen und Abschotten machen. Da sind wir noch nicht gut genug. Wenn man Tests hat - und davon haben wir genug - und diese einsetzt, bedeutet das nicht, dass das die gesamte Strategie sein kann“, so Malvy.

Er ruft dazu auf, sich europaweit auf eine mögliche dritte große Ansteckungswelle vorzubereiten. Diese könne seiner Ansicht nach im März einsetzen. Man könne es sich einfach nicht erlauben, den weiteren Verlauf der Pandemie auf die leichte Schulter zu nehmen, warnt der Mediziner.