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"Putins Palast": Wer ist Milliardär Arkadi Rotenberg?

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Von Euronews  mit dpa, AP
"Putins Palast" - Screenshot aus Nawalnys Video
"Putins Palast" - Screenshot aus Nawalnys Video   -   Copyright  AP/Navalny Life youtube channel

An diesem Samstag hat der russische Milliardär Arkadi Rotenberg (69) erklärt, ihm gehöre die Villa, die im YouTube-Video von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny als "Putins Palast" bezeichnet wird. Das Video haben sich in den vergangenen zwei Wochen mehr als 100 Millionen Menschen angeschaut.

Arkadi Rotenberg gilt als einer der reichsten Russen. Er ist ein Unternehmer, der in verschiedenen Bereichen vom Baugewerbe bis zum Bankwesen tätig ist. Rotenbergs Firmen haben unter umstrittenen Umständen Aufträge für den Umbau des Moskauer Flughafens Scheremetjewo und bei den Olympischen Spielen in Sotschi bekommen.

"Geschenk des Himmels"

Das Anweisen am Schwarzen Meer, das er vor mehreren Jahren gekauft habe und gerade umbauen lasse, bezeichnet Rotenberg als "ein Geschenk des Himmels".

Seit dem Konflikt in der Ostukraine hat der Westen Sanktionen gegen den Unternehmer verhängt. Diese seit 2014 geltenden Sanktionen der EU und der USA nannte Rotenberg auch als Grund dafür, dass er sich nicht früher dazu geäußert habe.

Nawalnys YouTube-Video zufolge ist das Anwesen fast 40 Mal so groß wie Monaco und soll mehr als 100 Milliarden Rubel (1,1 Milliarden Euro) verschlungen haben. Nach Darstellung des seit seiner Rückkehr aus Deutschland inhaftierten Oppositionellen sind die Besitzverhältnisse gezielt verschleiert worden.

Zusammen mit seinem Bruder Boris hat Rotenberg auch verschiedene Fabriken aufgebaut, die beiden werden "Könige der Staatsaufträge" genannt. Sowohl Arkadi als auch Boris Rotenberg sind Oligarchen - und beide betreiben oder betrieben Judo als Sport.

Arkadi Rotenberg ist zwei Mal geschieden und hat fünf Kinder.

Alexander Nemenov/AP
Wladimir Putin und Arkadi Rotenberg (ARCHIV)Alexander Nemenov/AP

Wie Russlands Präsident Wladimir Putin kommt Arkadi Rotenberg aus St. Petersburg. Die beiden kennen sich seit Jahrzehnten. Der Unternehmer war auch als Putins Judo-Partner bekannt.

Der Moskau-Korrespondent der Financial Times, Max Seddon, meint auf Twitter, die Tatsache, dass Putins Judo-Partner sich zu Wort melde, sei der Beweis dafür, dass Nawalny mit seinem Video den Kreml wirklich aufgerüttelt habe.

Der ehemalige schwedische Außenminister Carl Bildt bezeichnet Arakdi Rotenberg auf Twitter als "Putins Korruptions-Kumpanen" und äußert sich ironisch zu den Bekenntnissen des Unternehmers.

Der Journalist Leonid Ragozin zitiert einen Analysten, der meint, dies sei Nawalnys Triumph, weil Putin nun keinen Palast mehr habe und weil die Villa jetzt wirklich in ein Hotel verwandelt werden müsse. Immerhin könnten dort gute Geschäfte gemacht werden, weil die Leute dorthin fliegen würden, um in Putins Palast zu übernachten.

Das russische Staatsfernsehen hat inzwischen Bilder des Anwesens ausgestrahlt, die vor allem Bauarbeiten zeigten.