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19.02 Uhr: Glocken läuten zum Gedenken an die 9 Opfer von Hanau

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Von Euronews mit DPA
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Gedenkfeier für die Opfer von Hanau
Gedenkfeier für die Opfer von Hanau   -   Copyright  KAI PFAFFENBACH/AFP
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Ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag in der westdeutschen Stadt Hanau mit neun Toten haben zahlreiche Menschen der Opfer gedacht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlangte eine Aufklärung aller offenen Fragen. Zugleich rief er die Deutschen zum Zusammenhalt auf.

"Aufklärung und Aufarbeitung stehen nicht in freiem Ermessen. Sie sind Bringschuld des Staates gegenüber der Öffentlichkeit und vor allem gegenüber den Angehörigen", sagte Steinmeier am Freitag bei der Gedenkveranstaltung in Hanau.

Zum Jahrestag waren hessenweit verschiedene Aktionen und Demonstrationen zum Gedenken an die Opfer geplant.

Glockengeläut als mahnende Erinnerung

Innenminister Peter Beuth hatte für alle öffentlichen Gebäude und Dienststellen des Landes Trauerbeflaggung angeordnet. Um 19.02 Uhr läuteten die Kirchen in Hanau und dem Umland die Glocken symbolisch für den 19. Februar und erinnerten so mahnend an das Tatdatum.

Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

Die Tat hatte Entsetzen in ganz Deutschland ausgelöst. Die «Initiative 19. Februar Hanau», ein Zusammenschluss von Hanauer Angehörigen, spricht unter anderem von einem "Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat".