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Türkei verärgert: Briefmarke zeigt Kurdistan auf türkischem Gebiet

Die Türkei ist verärgert über eine Sonderbriefmarke
Die Türkei ist verärgert über eine Sonderbriefmarke   -   Copyright  Emrah Gurel/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Die Türkei ist über eine Sonderbriefmarke der irakische Regionalregierung Kurdistans verärgert, die eine Landkarte von "Großkurdistan" auf türkischem Gebiet zeigt. Die Türkei verlangt eine sofortige Korrektur.

Anläßlich des Papstbesuches im Irak hatte die Regionalregierung Kurdistans (KRG) die Gedenkbriefmarke herausgegeben. Sie wolle die Marke mit einer Abbildung des Papstes und einer Karte von "Greater Kurdistan" im großen Stil drucken.

Auf der Marke sei eine Landkarte abgebildet, "die auch manche Provinzen unseres Landes einschließt", hieß es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums am Mittwoch. Das Ministerium forderte die kurdischen Behörden auf, diesen "schweren Fehler umgehend zu korrigieren".

Der Kommunikationsminister der kurdischen Autonomiegebiete erklärte, es habe sich bei der Briefmarke lediglich um einen "ersten Entwurf" gehandelt und nicht um eine offizielle Version. Die auf Bildern verbreitete Briefmarke zum Papst-Besuch im Irak am vergangenen Wochenende sei noch nicht gedruckt worden, sagte Ano Dschauhar.

Die türkische Nachrichtenseite Daily Sabah zeigte eine Briefmarke, die den Kopf von Papst Franziskus und eine Karte "Region Kurdistan" abbildet. Diese umfasst auch mehrheitlich von Kurden bewohnte Regionen in der Türkei. Ankara hat starke Wirtschaftsbeziehungen zu den kurdischen Autonomiegebieten im Irak, sieht deren angestrebte Unabhängigkeit aber als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Die Türkei greift zudem regelmäßig Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im benachbarten Nordirak an, die in den dortigen Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat.

"Manche dreiste Anführer der kurdischen Regionalregierung" nutzten den Papstbesuch, "um ihre kruden Fantasien hinsichtlich der territorialen Integrität der Nachbarländer des Iraks zu offenbaren", erklärte das Außenministerium in Ankara. Die Behörden der Region wüssten, dass «solche heimtückischen Bestrebungen» böse enden würden.

2017 hatten sich die Kurden im Norden des Irak in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit vom Rest des Landes ausgesprochen. Die irakische Regierung lehnt das aber ab.